{"id":360,"date":"2022-11-11T14:52:17","date_gmt":"2022-11-11T13:52:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ewigerbund.org\/sachsen\/?page_id=360"},"modified":"2023-04-12T21:28:59","modified_gmt":"2023-04-12T19:28:59","slug":"1918-der-schicksalstag-im-koenigreich-sachsen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ewigerbund.org\/sachsen\/landesgeschichte\/20-jahrhundert\/1918-der-schicksalstag-im-koenigreich-sachsen\/","title":{"rendered":"1918. Der Schicksalstag im K\u00f6nigreich Sachsen."},"content":{"rendered":"\n<p>Es sind die Anfangstage des Novembers 1918. Die Revolution im Deutschen Reich, wie auch im K\u00f6nigreich Sachsen, ist in vollem Gange.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"gb-headline gb-headline-6cf1bd91 gb-headline-text\">8. November in Berlin.<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Kaiser Wilhelm II. war am 29. Oktober ins kaiserliche Hauptquartier im belgischen Spa gereist. Er befasst sich mit der Abdankung und mit der m\u00f6glichen Variante, als Deutscher Kaiser abzudanken aber K\u00f6nig von Preu\u00dfen zu bleiben. Die politischen und revolution\u00e4ren Ereignisse \u00fcberrollen den Kaiser allerdings. Noch im Begriff, eine Erkl\u00e4rung zu unterschreiben, die den Verzicht auf den Kaiserthron, nicht jedoch auf den preu\u00dfischen Thron beinhaltet, erreicht ihn die Meldung, Reichskanzler Max von Baden habe, ohne vorherige R\u00fccksprache mit ihm, bereits vor einer Stunde seinen Thronverzicht \u2013 f\u00fcr beide Throne \u2013 bekannt machen lassen. Zwischenzeitlich habe auch der SPD-Abgeordnete Philipp Scheidemann vom Balkon des Reichstages die Republik ausgerufen. Der Reichskanzler Prinz Max von Baden habe zudem den Sozialdemokraten Friedrich Ebert, den Vorsitzenden der st\u00e4rksten Reichstagsfraktion, zum Reichskanzler ernannt, ihm die Regierungsgesch\u00e4fte \u00fcbergeben und sei selbst zur\u00fcckgetreten. Kaiser Wilhelm II. versucht, nachdem er sich von den Nachrichten etwas erholt hat, unverz\u00fcglich nach Deutschland zur\u00fcckzukehren. Es ist jedoch zu sp\u00e4t, eine sofortige R\u00fcckkehr nicht m\u00f6glich und unsicher.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.preussen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u2192 www.preussen.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"gb-headline gb-headline-570e2186 gb-headline-text\">8. November in Dresden.<\/h2>\n\n\n\n<p>Infolge der Ereignisse dieser Novembertage im Schicksalsjahr 1918 erreichte die Revolution nun auch Sachsen. Als der K\u00f6nig Friedrich August III. an diesem 8. November nach einer Ausfahrt ins Dresdner Schlo\u00df zur\u00fcckkehrte, erwartete ihn bereits die Nachricht, der bayerische K\u00f6nig sei gefl\u00fcchtet, in M\u00fcnchen wurde eine R\u00e4teregierung unter Kurt Eisner gebildet und der Freistaat Bayern sei ausgerufen worden. Meldungen \u00fcber die Ausweitung der Revolution lagen inzwischen auch aus Frankfurt a. Main, Schwerin, Hannover und Oldenburg vor. Aus Braunschweig hie\u00df es, der Herzog Ernst August von Braunschweig, ein Schwiegersohn Kaiser Wilhelms II., sei gest\u00fcrzt worden und au\u00dfer Landes gegangen. R\u00fcckmeldungen aus Berlin blieben aus und \u00fcber die Hauptstadt hatte man eine Nachrichtensperre verh\u00e4ngt. <sub><sup>[2]<\/sup><\/sub><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"gb-headline gb-headline-03fae63a gb-headline-text\">Kriesensitzung.<\/h3>\n\n\n\n<p>Friedrich August III. berief nach R\u00fcckkehr von seiner Ausfahrt eine Krisensitzung ein, an der das Kabinett Heinze, der Stadtkommandant von Dresden, der kommandierende General des XII. Armeekorps, Kronprinz Georg und Prinz Johann Georg teilnahmen. Vermutlich aus reiner Verunsicherung hatten sich einige Husaren- und Leibgrenadiereinheiten in Bataillonsst\u00e4rke in den Kasernen verschanzt, der Nachrichtenkontakt zu ihnen fehlte. Die Generalit\u00e4t hatte de facto die Befehlsgewalt \u00fcber die Armee verloren und Truppen, die sich aus eigenem Entschlu\u00df gegen die Revolution stellten, waren nicht bekannt. Den Gedanken, Offizierskompanien zu bilden und die Kadetten- und Unteroffiziersschulen gegen die Massen einzusetzen, verwarf der K\u00f6nig.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Verlauf der Sitzung dazu schildert Julius Fr\u00e4\u00dfdorf, einer der neuen Minister, so: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDen Rat, der Revolution mit Gewaltmitteln zu begegnen\u201c, lehnte Friedrich August III. mit den Worten ab, \u201eer wolle nicht den eben beendeten Krieg auf der Schlo\u00dfstra\u00dfe fortsetzen.\u201c. <sub><sup>[2]<\/sup><\/sub><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Sehr wohl darf hier an die Worte K\u00f6nig Friedrich August III. erinnert werden: \u201eIch bringe meinem Volke das gr\u00f6\u00dfte Vertrauen entgegen, und es wird mein festes Bestreben sein, des Landes und des Volkes Wohl zu f\u00f6rdern und jeden, auch den letzten meiner Untertanen, gl\u00fccklich und zufrieden zu machen.\u201c, die er im \u201eErla\u00df an mein Volk\u201c bei Regierungsantritt am 15. Oktober 1904 eindringlich an sein Volk \u2013 die Sachsen \u2013 richtete.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"gb-headline gb-headline-30a574d8 gb-headline-text\">9. November &#8211; des K\u00f6nigs Flucht.<\/h3>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig gedachte, den Gang der Dinge abzuwarten. \u201eIch genne doch meine Dr\u00e4sdner, die duhn mir nischt\u201c, sagte er und: \u201eIch hawe den Leiten nischt gedahn, und die duhn mir ooch nischt.\u201c Doch auf Dr\u00e4ngen der aufgebrachten H\u00f6flinge und Familienmitglieder verlie\u00df Friedrich August III. am 8. November nach 20 Uhr das Schlo\u00df. In seiner Begleitung befanden sich Tochter Margarethe und deren Hofdame, Frau Dr. von Oer, Generalmajor O&#8217;Byrn und Oberstallmeister von R\u00f6mer.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Stallhof trat der K\u00f6nig seine Reise mit dem Automobil nach Moritzburg an. Hier verbrachten der K\u00f6nig und seine Begleiter eine Nacht im Jagdschlo\u00df. Bereits am n\u00e4chsten Morgen setzten sie die Fahrt \u00fcber Schlo\u00df Sch\u00f6nfeld nach Schlo\u00df Linz fort. Dort angekommen, erreichte Friedrich August die Einladung der Prinzessin von Sch\u00f6nburg, Quartier in ihrem Schlo\u00df Gutenborn bei Ruhland zu nehmen, das jenseits der Landesgrenzen im 1815 an Preu\u00dfen gefallenen Teil der Lausitz liegt.\u201c <sub><sup>[2]<\/sup><\/sub><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"gb-headline gb-headline-4e45ebf9 gb-headline-text\">10. November &#8211; Proklamation im Zirkus Sarrasani.<\/h3>\n\n\n\n<p>Am 10. November 1918 verlas der Landtagsabgeordnete Hermann Flei\u00dfner im Zirkus Sarrasani. die Proklamation: \u201eDie Monarchie hat aufgeh\u00f6rt, somit existiert auch die Erste Kammer nicht mehr, und die Zweite Kammer ist aufgel\u00f6st; auf der Basis des allgemeinen und direkten Wahlrechts wird eine Nationalversammlung gew\u00e4hlt.\u201c <sub><sup>[2]<\/sup><\/sub><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"gb-headline gb-headline-973c64cf gb-headline-text\">13. November &#8211; der \u201eThronverzicht\u201c.<\/h3>\n\n\n\n<p>Friedrich August III. soll seinen Thronverzicht am 13. November 1918 vollzogen haben. Noch am gleichen Tage wurde in Dresden dazu folgende Erkl\u00e4rung ver\u00f6ffentlicht:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>Dresden, 13. November 1918<\/strong>\n\n\u201eAn den Arbeiter- und Soldatenrat, Dresden, St\u00e4ndehaus. Auf die heute fr\u00fch m\u00fcndlich an Se. Exzellenz den Herrn Finanzminister gerichtete Anfrage teile ich mit, da\u00df Se. Majest\u00e4t der K\u00f6nig auf den Thron verzichtet hat. Gleichzeitig hat Se. Majest\u00e4t alle Offiziere, Beamten, Geistlichen und Lehrer von dem ihm geleisteten Treueid entbunden und sie gebeten, im Interesse des Vaterlandes auch unter den ver\u00e4nderten Verh\u00e4ltnissen ihren Dienst weiterzutun.\u201c\n\nDer Minister des Innern Dr. Koch <sup>[2]<\/sup><\/pre>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Sollte dies nun die politische Sterbeurkunde des Hauses Wettin sein, das 830 Jahre und damit l\u00e4nger als jede andere deutsche Dynastie an der Macht war? \u2013 Entweder fiel es im Durcheinander des Umbruchs niemandem auf, oder es wurde als v\u00f6llig belanglos betrachtet, dass Friedrich August dem Buchstaben nach nur f\u00fcr seine Person und nicht im Namen der Wettiner und damit auch im Namen seiner Erben auf den Thron verzichtete. Keiner seiner Nachkommen gab sp\u00e4ter die formal noch bestehenden Anspr\u00fcche auf den s\u00e4chsischen Thron auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich August verlie\u00df Schlo\u00df Gutenborn am <strong>14. November 1918<\/strong>, einen Tag nach der vermeintlichen Thronentsagung und reiste in Begleitung der Prinzessin Margarethe, Frau Dr. von Oer, Generaladjutant von Tettenborn und Legationsrat Steinbach ins schlesische Sibyllenort. Dort lebte er bis zu seinem Tode am 18. Februar 1932. <sub><sup>[2]<\/sup><\/sub><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"gb-headline gb-headline-6ab820e0 gb-headline-text\">13. November in Chigirinka.<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend in Sachsen die Revolution fortschritt, machte diese anderen Orts nicht halt. Jedoch sollte die Erkenntnis \u00fcber die Geschehnisse eine ganz andere als im K\u00f6nigreich Sachsen selbst sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist der 13. November, als des n\u00e4chtens seine K\u00f6nigliche Hoheit Prinz Ernst Heinrich von Sachsen \u2013 drittgeborener Sohn SM K\u00f6nig Friedrich August III. von Sachsen \u2013 von den revolution\u00e4ren Geschehnissen in seiner Heimat heimgesucht werden sollte. Der Prinz befand sich mit seinem Schwadron zu jener Zeit am entlegenen Ort Chigirinka in den Tiefen Russlands und f\u00fchrte das 1. Eskadron des Garde-Reiter-Regiment (1. Schweres Regiment mit 140 Mann) im nahegelegenen Stary Bychow am Dnjepr (Wei\u00dfru\u00dfland, Luftlinie ca. 1350 km \u00f6stlich von Berlin entfernt).<\/p>\n\n\n\n<p>An jenem Tag erhielt Seine K\u00f6nigliche Hoheit Prinz Ernst Heinrich von Sachsen neben dem Befehl mit dem Regiment nach Bobruisk zu marschieren, um von dort aus den R\u00fcckmarsch in die Heimat anzutreten, die Nachricht \u00fcber die Abdankung seines Vaters als K\u00f6nig von Sachsen. Das kam nicht wirklich \u00fcberraschend, denn bereits am 11. November erhielt er die Meldung vom Ausbruch der Revolution und da\u00df der Kaiser nach Holland \u00fcbergetreten sei.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht weckte ein Wachtmeister den Prinzen und teilte ihm mit, da\u00df sich alle Mannschaften und Unteroffiziere zusammengefunden h\u00e4tten und einen vier Mann starken Soldatenrat unter F\u00fchrung des Obmanns Sergeanten Sch\u00f6nfelder gew\u00e4hlt hatten. Dieser wolle seine Bedingungen mit ihm besprechen. Der Prinz entgegnete dieser Nachricht, da\u00df sich der gew\u00e4hlte Sergeant am darauffolgenden Morgen ab 9 Uhr einfinden k\u00f6nne, um die Geschicke der Schwadron zu besprechen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"gb-headline gb-headline-43ba273d gb-headline-text\">14. November &#8211; Herr Rittmeister.<\/h3>\n\n\n\n<p>Bis hierhin sprach der Sergeant \u2013 ein damaliger Unteroffiziersdienstgrad \u2013 den Prinzen stets mit \u201eK\u00f6nigliche Hoheit\u201c an. Dies \u00e4nderte sich ab dem 14. November, als Sergeant Sch\u00f6nfelder aufgrund seiner revolution\u00e4ren Kommando\u00fcbernahme \u00fcber die Schwadron als Ansprache f\u00fcr den Schwadronschef die Bezeichnung \u201eHerr Rittmeister\u201c gebrauchte.<\/p>\n\n\n\n<p>An jenem Morgen um Punkt 9 Uhr trat der gew\u00e4hlte Obmann des vierk\u00f6pfigen Soldatenrats, Sergeant Sch\u00f6nfelder, an den Prinzen heran. Sch\u00f6nfelder war zwar der neue Schwadronsf\u00fchrer, jedoch erkannte er sehr schnell, dass bei dem R\u00fcckmarsch weder die Unteroffiziere noch die Mannschaften einem einfachen Sergeanten gehorchen w\u00fcrden. Da das in den kalten Wintern Russlands fatale Folgen f\u00fcr die Schwadron gehabt h\u00e4tte, willigte Ernst Heinrich ein, sie in die Heimat zu f\u00fchren. Daran kn\u00fcpfte er allerdings vier Bedingungen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Niemand tr\u00e4gt ein rotes Abzeichen.<\/li>\n\n\n\n<li>Alles bleibt wie bisher, Disziplin, Gehorsam und die Befugnisse des Rittmeisters, auch dessen Strafgewalt. Die Offiziere werden gegr\u00fc\u00dft wie bisher.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Rittmeister ist einstimmig als Schwadrohnsf\u00fchrer zu w\u00e4hlen.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Soldatenrat \u00fcbernimmt die Fragen der Verpflegung und des Quartiermachens.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Wortw\u00f6rtlich ergeht die Anweisung Ernst Heinrichs an den Sergeant Sch\u00f6nfelder:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eJetzt gehen Sie zur Schwadron, und wenn alles klar ist, dann hat die Schwadron um zw\u00f6lf Uhr feldmarschm\u00e4\u00dfig vor dem Gutshaus anzutreten. Im \u00dcbrigen ist ein Befehl des Regiments eingetroffen, wonach die Schwadron unverz\u00fcglich nach Bobruisk an der Beresina zu marschieren hat, da mit einem Vormarsch der Sowjets \u00fcber den Dnjepr zu rechnen ist.\u201c<br>Letzteres setzte Prinz Ernst Heinrich hinzu, um den Eindruck zu versch\u00e4rfen. Tats\u00e4chlich traten die Sowjets, sobald Gebiete ger\u00e4umt wurden, den Vormarsch an. <sub><sup>[3]<\/sup><\/sub><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Punkt zw\u00f6lf Uhr war die Schwadron angetreten. Prinz Ernst Heinrich trat vor die Front und sagte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eDer Obmann des von Ihnen gew\u00e4hlten Soldatenrates, Sergeant Sch\u00f6nfelder, hat Ihnen die Bedingungen mitgeteilt, unter denen ich bereit bin, die Schwadron nach Hause zu f\u00fchren. Wir alle sind vom Fahneneid entbunden, auch ich. Wir sind aber nicht entbunden von der Pflicht gegen\u00fcber unserem Vaterland und unserer Heimat. Daher m\u00fcssen wir in voller Disziplin, wie fr\u00fcher, den R\u00fcckmarsch durchf\u00fchren. Hierf\u00fcr sind Gehorsam und Pflichterf\u00fcllung die Grundlage. Wir beginnen unseren R\u00fcckmarsch morgen fr\u00fch, v\u00f6llig auf uns selbst gestellt, in einem Lande, das uns feindlich gesinnt ist, ohne geregelte Verpflegung, mit der Roten Armee im R\u00fccken und den Unbilden des russischen Winters ausgesetzt. 1812 ging in diesem Gebiet die Gro\u00dfe Armee Napoleons, ebenfalls auf dem R\u00fcckmarsch, elend zugrunde, zum guten Teil, weil jeder nur an sich selbst dachte und die Disziplin aus den Fugen ging. Ich werde alles f\u00fcr die Schwadron tun, was in meinen Kr\u00e4ften steht, aber ich verlange auch, da\u00df die Schwadron ganz hinter mir steht. Sie alle kennen meine Bedingungen. Ich fordere Sie auf, zum Zeichen der Annahme den rechten Arm zu erheben. Sie k\u00f6nnen sich entscheiden, wie sie wollen, wer aber den rechten Arm nicht hebt, der hat unverz\u00fcglich die Reihen der Schwadron zu verlassen.\u201c <sub><sup>[3]<\/sup><\/sub><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"gb-headline gb-headline-b539c192 gb-headline-text\">\u201eIch bin wieder f\u00fcr die alte Ordnung.\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p>Alle 140 Mann hoben den Arm, ohne Ausnahme. Somit begann am Morgen des 15. Novembers 1918, um zehn Uhr vormittags, f\u00fcr den Prinzen und weitere 140 Mann der R\u00fcckmarsch in die Heimat. In dieser angekommen \u2013 es war der Ort Guben im K\u00f6nigreich Preu\u00dfen \u2013 bat der Obmann des Soldatenrats, Sergeant Sch\u00f6nfelder, den Prinzen Ernst Heinrich von Sachsen nach der Verabschiedung um kurze Unterredung, um folgendes mitzuteilen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eK\u00f6nigliche Hoheit, ich mu\u00df Ihnen etwas gestehen. Die Erfahrungen und Ergebnisse der letzten Wochen haben mich ganz ver\u00e4ndert. Ich bin wieder f\u00fcr die alte Ordnung und die Monarchie\u201c\u2026 <sub><sup>[2]<\/sup><\/sub><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n<div class=\"gb-button-wrapper gb-button-wrapper-269f25b5\">\n\n<a class=\"gb-button gb-button-a1475e1b\" href=\"javascript:history.back();\"><span class=\"gb-icon\"><svg aria-hidden=\"true\" role=\"img\" height=\"1em\" width=\"1em\" viewBox=\"0 0 256 512\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M31.7 239l136-136c9.4-9.4 24.6-9.4 33.9 0l22.6 22.6c9.4 9.4 9.4 24.6 0 33.9L127.9 256l96.4 96.4c9.4 9.4 9.4 24.6 0 33.9L201.7 409c-9.4 9.4-24.6 9.4-33.9 0l-136-136c-9.5-9.4-9.5-24.6-.1-34z\"><\/path><\/svg><\/span><span class=\"gb-button-text\">Zur\u00fcck.<\/span><\/a>\n\n<\/div>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p class=\"gb-headline gb-headline-98161cc4 gb-headline-text\"><strong>Quellangaben und Verweise.<\/strong><br><sub>[1] <a href=\"http:\/\/www.preussen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.preussen.de<\/a><br>[2] Aus: Walter Fellmann \u201eSachsens letzter K\u00f6nig Friedrich August III.\u201c, 1992, Koehler &amp; Amalang<br>[3] Aus: Prinz Ernst Heinrich von Sachsen \u201eMein Lebensweg, vom K\u00f6nigsschloss zum Bauernhof\u201c, 1968, Paul List Verlag KG<\/sub><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind die Anfangstage des Novembers 1918. 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Der Schicksalstag im K\u00f6nigreich Sachsen.\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":364,"parent":358,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[83,14],"tags":[283,286,287,285,282],"class_list":{"0":"post-360","1":"page","2":"type-page","3":"status-publish","4":"has-post-thumbnail","6":"category-20-jahrhundert","7":"category-landesgeschichte","8":"tag-flucht-aus-dresden","9":"tag-heinrich-von-sachsen","10":"tag-hermann-fleissner","11":"tag-proklamation-sarrasani","12":"tag-soldatenraete"},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>1918. Der Schicksalstag im K\u00f6nigreich Sachsen. &#8226; K\u00f6nigreich Sachsen.<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Die Flucht der s\u00e4chsischen K\u00f6nigsfamilie nach Sybillenort und der Marsch des Prinzen aus Wei\u00dfru\u00dfland. 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