{"id":1681,"date":"2023-01-27T20:01:41","date_gmt":"2023-01-27T19:01:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/?page_id=1681"},"modified":"2023-09-04T22:36:04","modified_gmt":"2023-09-04T20:36:04","slug":"1763-1786-friedrich-als-landesvater","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/18-jahrhundert\/1763-1786-friedrich-als-landesvater\/","title":{"rendered":"1763 &#8211; 1786. Friedrich als Landesvater."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-block-embed-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/858149343?h=9d54821bf8&amp;dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"500\" height=\"281\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><em>Teil 3.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Friedrich als Landesvater.<\/h2>\n\n\n\n<p>Die furchtbaren Aufregungen und Anstrengungen des Siebenj\u00e4hrigen Krieges hatten den K\u00f6nig vorzeitig alt gemacht. In abgetragenem blauen Rocke, mit hohen Stiefeln, ein dreieckiges H\u00fctchen auf dem Kopfe und mit dem Kr\u00fcckstocke in der Hand sahen ihn die Berliner auf seinem Schimmel durch die Stra\u00dfen reiten. Er hielt seinen kleinen hageren K\u00f6rper ein wenig nach vorn geneigt, und seine gro\u00dfen, blauen Augen schienen jedem bis auf den Grund der Seele zu schauen. So steht er noch bis heute als \u201eder alte Fritz\u201c dem preu\u00dfischen Volke vor Augen. Mit eiserner Pflichttreue, einfach sparsam und gerecht, arbeitete er f\u00fcr das Wohl vor seines Staates, dessen \u201eerster Diener er sein wollte.\u201c Als ihm die Gicht den Gebrauch der rechten Hand erschwerte, lernte er im Alter noch mit der linken schreiben. Alle Teile der Staatsverwaltung standen unter seiner strengen Aufsicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Gro\u00dfgrundbesitz.<\/h3>\n\n\n\n<p>Friedrich w\u00fcnschte, da\u00df jeder Untertan in seinem Stande bleiben sollte, weil er so f\u00fcr den Staat und sich selbst am n\u00fctzlichsten wirken k\u00f6nnte. Der Bauer sollte das Feld bearbeiten, der B\u00fcrger Handel oder Gewerbe treiben, der Edelmann als Gro\u00dfgrundbesitzer sich mit Landwirtschaft besch\u00e4ftigen und als Offizier oder Verwaltungsbeamter dem Staate dienen. Die S\u00f6hne des Adels hatten sich in den Kriegen als hervorragende Offiziere erwiesen; manche Familie hatte 20 und mehr ihrer Glieder auf dem Schlachtfelde verloren. Daher wurden den Edelleuten, denen der K\u00f6nig das regste Ehrgef\u00fchl zutraute, die Offizierstellen vorbehalten; nichtadelige Offiziere duldete Friedrich h\u00f6chstens bei der Artillerie. Er verbot den Verkauf von Ritterg\u00fctern an B\u00fcrger und sah es ungern, wenn Edelleute b\u00fcrgerliche Frauen heirateten. Um den Adel, der durch den Krieg verarmt war, auf den gro\u00dfen G\u00fctern zu erhalten, gew\u00e4hrte er ihm Darlehen gegen geringe Verzinsung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ackerbau.<\/h3>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst galt es f\u00fcr Friedrich, seinem Lande das in dem langen Kriege gewaltige Opfer an Gut und Blut gebracht hatte, wieder aufzuhelfen. Er schenkte bed\u00fcrftigen Bauern die Abgaben und lie\u00df viele Milit\u00e4rpferde, die nach dem Kriege \u00fcberfl\u00fcssig geworden waren, sowie Saatkorn umsonst verteilen. Um Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr den Ackerbau zu beschaffen, entlie\u00df er viele Landeskinder aus dem Heere und stellte daf\u00fcr Fremde ein. Aus Holland wurde gutes Rindvieh bezogen. Besondere M\u00fche gab sich der K\u00f6nig in den sandigen Gegenden der Mark und Hinterpommerns den Kartoffelbau einzub\u00fcrgern. Nur dem Zwange gehorchend, pflanzten die Bauern das neue Gew\u00e4chs, dessen Wert sie in einem schlechten Getreidejahr endlich sch\u00e4tzen lernten. Sumpfige Landstriche wurden entw\u00e4ssert und dadurch in fruchtbares Ackerland verwandelt. Im Oderbruche entstanden 40 neue D\u00f6rfer mit 1200 Familien. Im Ganzen hat Friedrich mehr als 1000 D\u00f6rfer gegr\u00fcndet und daf\u00fcr 40 Millionen Taler ausgegeben. Daher konnte er mit berechtigtem Stolze sagen, er habe \u201emitten im Frieden eine Provinz erobert.\u201c Auf den k\u00f6niglichen G\u00fctern erleichterte der K\u00f6nig das Los der Bauern; Edelleute, die die Bauern \u00fcbel behandelten, strafte er schonungslos und ohne Ansehen der Person.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"582\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/39\/2023\/01\/EB-Geschichte-1763-1786-FriedrichLandesvater_v-1024x582.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1796\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/39\/2023\/01\/EB-Geschichte-1763-1786-FriedrichLandesvater_v-1024x582.jpg 1024w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/39\/2023\/01\/EB-Geschichte-1763-1786-FriedrichLandesvater_v-300x171.jpg 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/39\/2023\/01\/EB-Geschichte-1763-1786-FriedrichLandesvater_v-768x437.jpg 768w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/39\/2023\/01\/EB-Geschichte-1763-1786-FriedrichLandesvater_v-1536x873.jpg 1536w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/wp-content\/uploads\/sites\/39\/2023\/01\/EB-Geschichte-1763-1786-FriedrichLandesvater_v.jpg 1748w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Handel und Gewerbe.<\/h3>\n\n\n\n<p>Schon vor dem Siebenj\u00e4hrigen Kriege hatte sich der K\u00f6nig eifrig bem\u00fcht, den Handel zu heben. Da es damals weder Eisenbahnen noch feste Stra\u00dfen gab, konnte man gro\u00dfe Mengen von G\u00fctern nur auf den Fl\u00fcssen und Kan\u00e4len fortschaffen. Auf Friedrichs Befehl entstand der Plauesche Kanal zwischen Elbe und Havel, sowie der Finow-Kanal zwischen Oder und Havel. Alles, was die Bewohner Preu\u00dfens gebrauchten, sollte im Lande selbst hervorgebracht werden. Um mit den englischen Tuchwaren den Wettbewerb aufzunehmen, lie\u00df der K\u00f6nig das spanische Merinoschaf einf\u00fchren, das feinere Wolle tr\u00e4gt. Papierm\u00fchlen, Samt- und Seidenwebereien wurden angelegt und zur Zucht der Seidenraupe zahlreiche Maulbeerb\u00e4ume angepflanzt. In Berlin gr\u00fcndete Friedrich die K\u00f6nigliche Porzellanmanufaktur, die bald einen Weltruf erlangte. Die Schlesier konnten, seitdem sie Preu\u00dfen geworden waren, ihre Leinwaren nicht mehr wie bisher nach \u00d6sterreich verkaufen; der Absatz nach Brandenburg und Pommern ersetzte aber den Ausfall nicht. Da verwies sie Friedrich auf den Seehandel. Er lie\u00df die Swine schiffbar machen und Swinem\u00fcnde bauen; Stettin wurde der Hafen f\u00fcr die Ausfuhr. Bald ging schlesische Leinwand in alle Welt. Au\u00dferdem gr\u00fcndete Friedrich f\u00fcr den Verkehr mit den \u00fcberseeischen L\u00e4ndern die preu\u00dfisch-ostindische Handelsgesellschaft in Emden (Emden war 1744 mit Ostfriesland durch Erbschaft an Preu\u00dfen gefallen). Leider ging im Siebenj\u00e4hrigen Kriege der eben erbl\u00fchende Seehandel wieder zugrunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df der K\u00f6nig die Kriegsflotte nicht erneuert hatte, sollte sich im Siebenj\u00e4hrigen Kriege hart bestrafen. Da die verb\u00fcndeten Engl\u00e4nder trotz ihres Versprechens keine Schiffe zum Schutze der preu\u00dfischen K\u00fcsten nach der Ostsee sandten, vernichteten Schweden und Russen den preu\u00dfischen Seehandel vollst\u00e4ndig. Die Engl\u00e4nder selbst rissen den preu\u00dfischen Seeverkehr an sich und kn\u00fcpften sogar mit Friedrichs Feinden , den Russen, Handelsverbindungen an. Letztere schnitten die von ihnen belagerte Festung Kolberg durch ihre Schiffe vom Meere ab, so da\u00df sie sich aus Mangel an Zufuhr ergeben mu\u00dfte; die Schweden konnten ungehindert ihre Truppen, die gegen Preu\u00dfen fechten sollten, \u00fcber die Ostsee senden. Der K\u00f6nig versuchte w\u00e4hrend des Krieges schnell eine Flotte zu schaffen: er kaufte zw\u00f6lf Handelsschiffe, bemannte sie aus Mangel an Seeleuten zum Teil mit Landtruppen und wollte mit ihnen die Oderm\u00fcndungen verteidigen. Aber in einer Seeschlacht wurde die kleine Flotte mit den ungeeigneten Fahrzeugen und unge\u00fcbten Mannschaften vernichtet. Trotz der Tapferkeit der Besatzungen wurden zehn Schiffe genommen oder in die Luft gesprengt. &#8211; Das Vers\u00e4umte lie\u00df sich nicht nachholen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Steuerwesen.<\/h3>\n\n\n\n<p>Auf Tabak, Kaffee und Salz legte Friedrich hohe Abgaben. Zur Leitung des Steuerwesens berief er Franzosen, die darin besondere Erfahrungen besa\u00dfen. Nur der Staat durfte Kaffee, Tabak und Salz verkaufen, wer von andern kaufte und z. B. heimlich selbst Kaffee brannte, verfiel in Strafe. Die Steuerbeamten waren sehr verha\u00dft und wurden zum Spott \u201eKaffeeriecher\u201c genannt. Auch der Postverkehr wurde streng beaufsichtigt; zur Bef\u00f6rderung von Briefen durfte nur die staatliche Post benutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rechtspflege.<\/h3>\n\n\n\n<p>Bis zu Friedrichs Zeit erhielten die Richter die Gerichtskosten. Sie zogen daher nicht selten die Prozesse in die L\u00e4nge, damit die Geb\u00fchren recht hoch wurden. Friedrich der Gro\u00dfe verminderte die Zahl der Richter, gab ihnen Geh\u00e4lter und bestimmte, da\u00df jeder Rechtsstreit in einem Jahre erledigt werde. Die Kosten flossen in die Staatskasse. Friedrich lie\u00df auch, das allgemeine preu\u00dfische Landrecht, ein Gesetzbuch, das bis 1900 in Geltung geblieben ist, ausarbeiten. Vor dem Gesetze waren alle Preu\u00dfen gleich; auch der K\u00f6nig stellte sich unter das Recht. So schuf Friedrich der Gro\u00dfe den preu\u00dfischen Richterstand und machte Preu\u00dfen zu einem Rechtsstaate.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal glaubte er, die Richter h\u00e4tten in einem Streit, den ein M\u00fcller mit einem Grafen hatte, dem armen Manne Unrecht getan. Er bestrafte die Richter und sagte: \u201eEin Gericht, das Ungerechtigkeit aus\u00fcbt, ist gef\u00e4hrlicher und schlimmer als eine Diebesbande. Der geringste Bauer, ja der Bettler ist ebensowohl ein Mensch wie Sie Majest\u00e4t, und vor dem Gerichte sind alle Menschen gleich.\u201c Wie gro\u00df das Vertrauen des Volkes zur Gerechtigkeit des K\u00f6nigs war, zeigt die Geschichte vom M\u00fcller zu Sanssouci.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schule.<\/h3>\n\n\n\n<p>Durch ein Gesetz, das \u201eGeneral-Land-Schulreglement\u201c, wurde die allgemeine Schulpflicht eingef\u00fchrt und die Schulaufsicht geordnet. F\u00fcr die Heranbildung eines t\u00fcchtigen Lehrerstandes sorgte Friedrich durch Gr\u00fcndung von Lehrerseminaren. In einzelnen F\u00e4llen stellte er auch Handwerker, gewesene Bediente und Unteroffiziere als Lehrer an; sie mu\u00dften aber ihre Bef\u00e4higung durch eine Pr\u00fcfung nachweisen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erwerbung Westpreu\u00dfens.<\/h3>\n\n\n\n<p>Das K\u00f6nigreich Polen (Hauptstadt Warschau), das damals ohne K\u00f6nig war, denn K\u00f6nig Friedrich August II. ist kurz nach Beendigung des Siebenj\u00e4hrigen Krieges gestorben, war von inneren Streitigkeiten und h\u00e4ufigen B\u00fcrgerkriegen zerrissen. Der zahlreiche \u00fcberm\u00fctige Adel hielt die g\u00e4nzlich verkommenen Bauern in Knechtschaft; einen B\u00fcrgerstand gab es nicht. Da der nicht mehr lebensf\u00e4hige polnische Staat eine Gefahr f\u00fcr die Nachbarn war, kamen Ru\u00dfland, \u00d6sterreich und Preu\u00dfen \u00fcberein, die an ihre L\u00e4nder grenzenden Gebiete Polens in Besitz zu nehmen und nur einen Teil als K\u00f6nigreich weiterbestehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dieser Teilung Polens (1772) fiel Westpreu\u00dfen au\u00dfer Danzig und Thorn, sowie das Gebiet an der Netze Friedrich dem Gro\u00dfen zu, so da\u00df zwischen Ostpreu\u00dfen und Brandenburg-Pommern nunmehr die Verbindung hergestellt war. Da nun das ehemalige Ordensland Preu\u00dfen fast ganz zu seinem Staate geh\u00f6rte, nannte sich Friedrich von dieser Zeit an \u201eK\u00f6nig von Preu\u00dfen\u201c.Das neuerworbene Gebiet befand sich freilich in jammervollem Zustande. Ganze Landstriche waren unbebaut; W\u00f6lfe machten im Winter nicht selten den Verkehr unm\u00f6glich. Die H\u00e4user lagen selbst in den St\u00e4dten in Schutt und Tr\u00fcmmern, und die Menschen wohnten nicht selten zusammen mit ihren Haustieren in Kellern und Erdh\u00f6hlen. Ohne Schulen, ohne ordentliches Gericht, ohne Post, ohne \u00c4rzte und Apotheken lebte das Volk in fast tierischer Roheit stumpf dahin. Unter der F\u00fcrsorge Friedrichs, der sofort eine geordnete Verwaltung einf\u00fchrte, bl\u00fchte das Land schnell auf. Der Netzebruch wurde entw\u00e4ssert; bald verband der Bromberger-Kanal Weichsel und Oder; Stra\u00dfen wurden gebaut, Schulen errichtet und deutsche Handwerker in das Land gezogen. In wenigen Jahren wendete Friedrich 7 Millionen Taler zu Verbesserungen auf. Seine Arbeit hatte so sichtbare Erfolge, da\u00df benachbarte polnisch gebliebene Landschaften ihn baten, auch preu\u00dfisch werden zu d\u00fcrfen. Deutsches Wesen und deutsche Bildung, die durch die lange Polenherrschaft fast vernichtet worden waren, zogen auf diese Weise jetzt von neuem in das alte Ordensland ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Westpreu\u00dfen verdankt sein Bl\u00fchen und Gedeihen einzig und allein der preu\u00dfischen Verwaltung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Friedrich der Gro\u00dfe und das deutsche Reich.<\/h3>\n\n\n\n<p>Noch einmal mu\u00dfte Friedrich gegen \u00d6sterreich das Schwert ziehen. Als die Kurf\u00fcrsten von Bayern ausstarben, wollte der Kaiser das Land an sich nehmen. Friedrich erhob dagegen Einspruch und r\u00fcckte mit seinen Truppen in B\u00f6hmen ein. Ehe es aber zu Feindseligkeiten kam, gab der Kaiser nach und Bayern fiel an die Verwandten des verstorbenen Kurf\u00fcrsten. Sp\u00e4ter schlossen sich mehrere deutsche F\u00fcrsten mit Friedrich zu einem Bunde zusammen, um unter Preu\u00dfens F\u00fchrung Schutz gegen die Erweiterungsgel\u00fcste des Kaisers zu finden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Friedrichs Lebensende.<\/h3>\n\n\n\n<p>Bis in sein h\u00f6chstes Alter war Friedrich f\u00fcr sein Land t\u00e4tig und eine seiner gr\u00f6\u00dften Sorgen war jetzt seinem Lande den Frieden zu erhalten. Gegen jedermann war er leutselig und so war er der Liebling seines ganzen Volkes geworden. Gew\u00f6hnlich nannte man ihn den \u201eAlten Fritz\u201c.Nicht selten liefen die Kinder vor und neben ihm her, riefen ihm Lebehochs zu, warfen ihre M\u00fctzen jubelnd empor, wischten ihm auch wohl den Staub von den Stiefeln und trieben sonst allerlei Possen. Friedrich st\u00f6rte nie ihre Freude, nur wenn sie sein Pferd neckten, da\u00df es scheu ward, stie\u00df er wohl einige Drohungen aus und ritt dann ruhig weiter. Seine alten Freunde waren gestorben; seine Gemahlin Christine lebte entfernt von ihm und hat bei seinen Lebzeiten Sanssouci nie betreten. Auch das geliebte Fl\u00f6tenspiel hatte Friedrich aufgeben m\u00fcssen. Trotz k\u00f6rperlicher Leiden sorgte er aber von fr\u00fcher Morgenstunde an mit eisernem Flei\u00dfe f\u00fcr sein Land. \u201eJedermann wu\u00dfte, da\u00df er sein ganzes Leben an diese Arbeit gesetzt und sie seit 45 Jahren noch nicht einen einzigen Tag vers\u00e4umt hatte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am 17. August 1786 verschied der gro\u00dfe K\u00f6nig. Der Staat hatte sich unter Friedrichs Regierung um die H\u00e4lfte vergr\u00f6\u00dfert und z\u00e4hlte sechs Millionen Einwohner. Das Heer war auf 200.000 Mann angewachsen; in der Staatskasse befand sich ein Schatz von 54 Millionen Talern. Die Staaten des deutschen Reiches spalteten sich seit der Zeit Friedrichs des Gro\u00dfen bis zum Jahre 1866 in zwei Gruppen. Die eine schlo\u00df sich an das habsburgische Kaiserhaus, die andere an das K\u00f6nigshaus der Hohenzollern an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 3. Friedrich als Landesvater. Die furchtbaren Aufregungen und Anstrengungen des Siebenj\u00e4hrigen Krieges hatten den K\u00f6nig vorzeitig alt gemacht. In abgetragenem blauen Rocke, mit hohen Stiefeln, ein dreieckiges H\u00fctchen auf dem Kopfe und mit dem Kr\u00fcckstocke in der Hand sahen ihn die Berliner auf seinem Schimmel durch die Stra\u00dfen reiten. 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