{"id":2131,"date":"2024-04-01T00:01:00","date_gmt":"2024-03-31T22:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/?p=2131"},"modified":"2024-03-30T20:37:59","modified_gmt":"2024-03-30T19:37:59","slug":"209-jahre-otto-von-bismarck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/209-jahre-otto-von-bismarck\/","title":{"rendered":"Gedenken an Otto von Bismarck."},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">209 Jahre lebendiger Sch\u00f6pfergeist.<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Am 1. April 1815 erblickte der wohl f\u00e4higste und genialste Politiker, den es jemals gab und vermutlich geben wird, der Vater des Deutschen Reiches, Otto von Bismarck, das Licht der Welt. Die Worte, die in der Oberhessischen Zeitung 1915 zu Bismarcks 100. Geburtstag zu lesen sind, geben einen guten Einblick, welch hohes Ansehen dem Virtuosen der Staatslehre und des diplomatischen Geschickes im deutschen Volk zuteil wurde.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/wolke.ewiger.org\/index.php\/s\/EqkAosJPHymwtAM\/download\/Oberhessische-Zeitung-1915.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"Oberhessische Zeitung 1915 PDF noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"701\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild1-701x1024.jpg\" alt=\"Oberschlesische Zeitung 1915\" class=\"wp-image-2132\" style=\"width:auto;height:300px\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild1-701x1024.jpg 701w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild1-205x300.jpg 205w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild1-768x1122.jpg 768w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild1.jpg 994w\" sizes=\"auto, (max-width: 701px) 100vw, 701px\" \/><\/a><\/figure><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-2 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<pre class=\"wp-block-verse has-text-align-left has-text-color has-link-color wp-elements-03a9365bd05729876053b1d3f2d08f20\" style=\"color:#818b91\"><em>Hundert Jahre sind versunken\nIn dem Meer der Ewigkeit,\nSeit dich Gottes Sch\u00f6pferfunken\nZum Propheten hat geweiht. \u2014\n\nHast den Drachen matt gerungen,\nDer das Gift der Zwietracht speit,\nBis die Harmonie erklungen\nDeutscher St\u00e4mme Einigkeit.\n\nLeuchtend \u00fcber alle Lande\nStrahlt die Kaiserkrone weit;\n\u00dcber unsrer Feinde Schande\nRagt dein Werk in schwerer Zeit.\n\nAus dem Felsen sprang die Quelle,\nDie dein Zauberstab befreit;\nWard zum Strom mit breiter Welle,\nTr\u00e4gt des Reiches Sicherheit. <\/em><\/pre>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<pre class=\"wp-block-verse has-text-color has-link-color wp-elements-ad326b49ed95be89f98fd37c690b9318\" style=\"color:#818b91\"><em>Was du pflanztest sorgsam eigen,\nWuchs als Eiche hoch und breit; \u2014\nUnd der Sturm in ihren Zweigen\nSingt des Reiches Herrlichkeit.\n\nEins im Kampf auf Tod und Leben\nSteht Alldeutschland fest gereiht; \u2014\nDeines Hornes Rufe geben,\nReiches Roland, uns Geleit.\n\nWahrwort, das du einst verk\u00fcndet,\nSchreitet klirrend uns zur Seit`;\n\u201eWas auf Gottesfurcht gegr\u00fcndet,\nIst vor Menschenfurcht gefeit.\u201c\n\nBismarck, deines Geistes St\u00e4rke\nGl\u00fcht in uns im V\u00f6lkerstreit,\nDenn du lebst in deinem Werke\nUnd mit ihm in Ewigkeit.\u2014<\/em><\/pre>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\"><em>Gedicht geschrieben von Oberstleutnant Hans von Felgenhause.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In den nachfolgenden Beitrag wird der Artikel aus besagter Zeitung und zum 209. Wiegenfeste Otto von Bismarcks erneut ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zu Bismarcks 100. Geburtstag.<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Weltkrieg, in dem wir stehen, verschlingt Sinne und Gedanken. Wer hat da Zeit r\u00fcckw\u00e4rts zu schauen? Unser Leben ist ein t\u00e4gliches Sp\u00e4hen in das Morgen, ein Hinaushorchen in das Zuk\u00fcnftige, das werden soll und f\u00fcr das unsere S\u00f6hne bluten. Wir waren der Gedenktage gr\u00fcndlich m\u00fcde geworden. Jetzt schl\u00e4gt \u2013 mitten hinein \u2013 der gro\u00dfe Gedenktag Bismarcks. Da verstummt f\u00fcr uns gleichsam pl\u00f6tzlich der Waffenl\u00e4rm; die vorw\u00e4rts geb\u00fcckte Seele reckt sich auf; die gehetzten Gedanken rasten, wir h\u00f6ren vergangene T\u00f6ne und schauen froh und stolz f\u00fcr einen Moment zu dem empor, der vor hundert Jahren geboren ist, der aus dem vorigen Jahrhundert wie ein sonnen\u00fcberstrahlter Felsengipfel in die umw\u00f6lkte Gegenwart hineinragt, der, wie ein fast \u00fcbermenschlicher Sch\u00f6pfergeist, das Deutsche Reich in die Welt gestellt, der uns das gegeben hat, um was wir k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum 80. Geburtstag Bismarcks pilgerten vor zwanzig Jahren 5000 Studenten, ja, ganze V\u00f6lker nach Friedrichsruh; der Kaiser lie\u00df im Herzogtum Lauenburg vor dem Gefeierten, als w\u00e4re er Souver\u00e4n, eine kleine Armee, Husaren, K\u00fcrassiere, Artillerie in Parade aufziehen und gab dem Baumeister des Reichs den goldenen Pallasch statt der Mauerkelle als Sinnbild, da der Kitt des Bismarckschen Baus Blut und Eisen war. Auch heute ist wohl kein Ort im Reich, kein Regiment an der Front, das nicht in Ehrfurcht und Bewunderung seiner ged\u00e4chte. Der Rektor unserer Universit\u00e4t wird am 1. April an Bismarcks Gruft einer derer sein, die dort einen Kranz der Huldigung niederlegen. Die Nation aber steht im Felde. Das Schicksal hat es gewollt: am hundertsten Geburtstag fehlt das bunte Kriegsspiel der Parade; der Krieg selbst ist an ihrer Stelle erschienen, der furchtbare Krieg, der das Deutsche Reich, Bismarcks Werk, und den von ihm durchgesetzten Frankfurter Frieden, wie wir hoffen, f\u00fcr alle Zeiten sichern soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer h\u00e4tte mehr Grund und Verpflichtung dazu, sich der Ursachen, aus denen unsere Gegenwart geflossen ist, bewu\u00dft zu halten, als der Gelehrtenstand? Daher mu\u00df vor allen anderen jeder normale deutsche Akademiker, ob lehrend, ob lernend, zu einem Kenner Bismarcks werden, und Kennen ist hier Verehren. Wer sich klar wird \u00fcber das Werden unseres neuen Reichs, dem wird Bismarck selbst als Mensch lebendig. Die Geburtsgeschichte des Reiches ist  s e i n e  Biographie.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr der endg\u00fcltigen Niederwerfung des Weltbezwingers Napoleon ist Bismarck geboren, als sollte er ihn abl\u00f6sen, und das Ger\u00e4usch der Schlacht von Waterloo scholl gleichsam \u00fcber seine Wiege. Von vorn herein war sein Eigenleben mit dem Staat, der ihn umgab, triebhaft verwachsen, und die Ziele seiner au\u00dfenordentlichen Tatkraft und Denkkraft lagen weit au\u00dfer ihm selbst und in der Gesamtheit. Ein Rassenpatriot; die unerf\u00fcllten W\u00fcnsche, die das mi\u00dfhandelte Preu\u00dfen nach den Befreiungskriegen in sich n\u00e4hrte, betrachtete er als sein eigenes Erbe und Eigentum. So warf er sich gleich, als das Jahr 1848 hereinfuhr, mit kochender Seele in die Ereignisse und lebte die schwanken Schicksale des \u00fcbel beratenen Staates mit durch, um aus dieser embryonischen Zeit, aus der Zeit der noch ungeborenen deutschen Zukunft, mit klaren Zielen hervorzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und es folgten die 40 gro\u00dfen Bismarckjahre, ein Leben unendlichen, aufreibenden, allumfassenden Flei\u00dfes, aus dem des Mannes Taten hervorspringen wie Flammen aus dem schlummernden Vulkan. Bildhaft stehen sie vor uns, seine Taten. Wer k\u00f6nnte sie ersch\u00f6pfen? Wir denken an Bismarck, wie er am gro\u00dfen gr\u00fcnen Bundesratstisch in Frankfurt unter den schl\u00e4frigen Diplomaten sitzt, den \u00f6sterreichischen Herren die br\u00fcsken Manieren abgew\u00f6hnt, die ber\u00fchmte Zigarre ansteckt, gef\u00e4lschte Protokolle berichtigt und dabei schon ganz Europa f\u00fchlen l\u00e4\u00dft, da\u00df ein Wille da ist, der einmal der servilen preu\u00dfischen Politik ein Ende zu machen bef\u00e4higt und gesonnen ist. Wir sehen ihn als Gesandten in Ru\u00dfland auf der B\u00e4renjagd und als beg\u00fcnstigten Freund am Hof des Zaren. Da schon ist er Politiker gro\u00dfen Stils; seine Tat die dauernde Sicherung vor russischen Aspirationen. Dann tritt er als junger Minister in Berlin, von Ha\u00df \u00fcbersch\u00fcttet, vor das Parlament, spricht blitzenden Auges das k\u00fchne und doch so wohl erwogene Wort von \u201eBlut und Eisen\u201c, als g\u00e4be er dem m\u00fcden Gaul Preu\u00dfen die Sporen, und d\u00fcpiert England und \u00d6sterreich 1864 in der Schleswig-Holsteinischen Frage. Der Gewinn f\u00fcr Preu\u00dfen waren jene Meeresk\u00fcsten an der Nord- und Ostsee, auf denen heute unsere Seemacht beruht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen Bismarck nach der Schlacht bei K\u00f6niggr\u00e4tz in Nikolsburg, von seinem Triumph berauscht, ja, in nerv\u00f6ser Erregung bis zum Weinkrampf ersch\u00fcttert, als er den ewig denkw\u00fcrdigen Kampf mit seinem K\u00f6nig durchk\u00e4mpfte, um die ma\u00dfvollen Friedensbedingungen, die uns \u00d6sterreichs zuk\u00fcnftige Freundschaft gesichert haben, durchzusetzen. Und der schw\u00fcle Sommer 1870 kommt. Mit Roon und Moltke sitzt er zu Tisch und empf\u00e4ngt aus Ems des K\u00f6nigs verh\u00e4ngnisvolle Depesche; eine Insulte Frankreichs. Alle E\u00dflust ist den G\u00e4sten vergangen; die Gabel f\u00e4llt ihnen aus den H\u00e4nden. Bismarck setzt die Feder an; die Depesche ist von ihm neu gestaltet, und wie der Blitz f\u00e4hrt sie hinaus, die schw\u00fcle Luft ist gereinigt, Moltke fa\u00dft Mut, und der gro\u00dfe Sturm bricht los, der unsern Reichsfeind niederfegte.<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Krieg verstummt. Da ist schon derselbe Bismarck als praktischer Jurist, als Gesetzgeber und Staatenformer im Stil des gro\u00dfen Kaisers Octavian, der sich hinsetzt und f\u00fcr sechzig Millionen Deutsche die neue Bundesverfassung entwirft, die wundervoll kompliziert und elastisch dem Eigenleben aller Einzelstaaten im Reich Raum gibt und doch zugleich die strenge Einheit unseres Vaterlandes sichert. Und weiter: Bismarck als Kanzler; da steht er, der H\u00fcne, als Redner im Reichstag, gewitternden Auges, auch hier ein K\u00e4mpfer im Kampf gegen die Hydra der Parteisucht, der am 6. Februar 1888 das \u201eWir f\u00fcrchten Gott und sonst nichts auf der Welt\u201c spricht, den Kernspruch, der wie ein Flammenschwert leuchtet und unter dem wir jetzt den Kampf gegen die Welt k\u00e4mpfen, als w\u00e4ren wir Gottes Streiter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"582\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild2-1024x582.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2133\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild2-1024x582.jpg 1024w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild2-300x171.jpg 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild2-768x437.jpg 768w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild2-1536x873.jpg 1536w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild2.jpg 1748w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Achtzigj\u00e4hrige spricht.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und endlich Bismarck als achtzigj\u00e4hriger versto\u00dfener Riese im Sachsenwald, der einen neuen Kampf, den Kampf mit der Unt\u00e4tigkeit und Verbitterung k\u00e4mpft, um auch darin Sieger zu bleiben, der alle Melancholie von sich wirft, warmherzig und gro\u00dfherzig in geselliger Form die Herzen des Volkes unmittelbar in Ansprachen und Austausch sucht und findet und dabei immer sagenhafter emporw\u00e4chst, bis er schlie\u00dflich, ein toter Mann, als gemei\u00dfelter Steinkolo\u00df hoch \u00fcber dem Leben am Hafen Hamburgs und \u00fcber dem m\u00e4chtigen Elbstrom steht, mit dem Antlitz die Seest\u00fcrme auffangend und den hohen Blick gegen das offene Meer und gegen jenes England gerichtet, das, wie er wu\u00dfte, nie Deutschlands Freund war und nie Deutschlands Freund sein wird. Es ist, als ob das Standbild dort trotzig und ahnungsvoll in die Zukunft starrte, in die Zukunft, die heute Gegenwart ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Bismarck still wurde, liegt die F\u00fchrung des Reichs und unser deutsches Geschick in unsres Kaisers eigenster Hand. Unser Kaiser aber war es, der, als Bismarck starb, das Gel\u00fcbde ablegte, \u201edas, was er, der gro\u00dfe Kanzler, geschaffen, zu erhalten und auszubauen und, w e n n  e s  n o t t u t, m i t  G u t  u n d  B l u t  z u  v e r t e i d i g e n\u201c (2. August 1908). Die bittere Not, das Gel\u00fcbde zu erf\u00fcllen, ist erschienen. Ein Kampf mit Gut und Blut &#8211; aber auch mit Mut! Den furchtlosen Mut, einer Welt zum Trotz, kann uns der Mann geben, den wir heute feiern. Bismarck hat Deutschland in den Sattel gehoben, da\u00df es reiten konnte; und so reitet es in die Schlacht und schwingt das scharfe Schwert, seines Helden gedenkend.<\/p>\n\n\n\n<p>Ewig beneidenswert ist die fr\u00fchere Generation, die seine Taten pers\u00f6nlich erlebt hat; es war die selige Fr\u00fchlingszeit unsres neuen Deutschtums. Wir stehen jetzt voll Ungeduld in den Schrecknissen eines un\u00fcbersehbaren Kriegs wie im Hagelschlag und im grauen, lichtlosen Wintersturm und ahnen nur im d\u00e4mmernden Vorgef\u00fchl, wenn wir der Hoffnung in uns Raum geben, das Nahen eines neuen deutschen, noch herrlicheren Fr\u00fchlings. Da ist es heilsam, zur\u00fcckzublicken auf unsere Geschichte, die uns im Laufe zweier Jahrtausende solche M\u00e4nner, die uns zu Arminius und Luther einen Friedrich den Gro\u00dfen und einen Bismarck gab. Das sind die Erzv\u00e4ter des Germanentums f\u00fcr alle Zeiten; kein Tadel und Neid reicht an sie heran, und wer auf sie blickt, dem kann der Mut nicht schwinden, und alles Verzagen verfliegt wie ein Nebelhauch im Vollicht der Sonne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-small-font-size\">&#8211; <em>Th. Birt.<\/em> &#8211;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Otto von Bismarck und seine Zeit.<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 1. April 1815 wurde zu Sch\u00f6nhausen ein Mann geboren, dessen Geist Wirkungen ausstrahlte, die weit \u00fcber den Rahmen seines Vaterlandes hinausgingen, wenn auch bei ihm wie bei kaum einem andern seine ganze Kraft dem Vaterlande geh\u00f6rte. Wie eine Erscheinung zog er die Augen aller auf sich, weckte er Zustimmung und nicht minder Kritik und Abwehr drinnen und drau\u00dfen. Mit Stolz aber sagen wir heute: ER WAR UNSER. Wir leben in dem, das er geschaffen, sein Geist umschwebt uns heute mehr denn je. \u2013 Wenn da unser Volk den hundertj\u00e4hrigen Geburtstag Bismarcks festlich begeht, so mag es angezeigt erscheinen, das Leben dieses Mannes heute noch einmal an unserem geistigen Auge vor\u00fcberziehen zu lassen. In wenigen Worten wollen wir uns erinnern, wie Bismarck in seiner Zeit lebte und wirkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Otto von Bismarck entstammte altem m\u00e4rkischen Adel. Der Vater wird uns als eine gem\u00fctvolle, praktisch veranlagte Natur geschildert. Die Mutter, eine geborene Menken, war die Tochter des Kabinettschefs Friedrich Wilhelms III.; sie liebte Glanz und hoffte ihre S\u00f6hne einst in hohen Beamtenstellungen zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-3 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild3.png\" alt=\"Wilhelmine Luise v. Bismarck, des F\u00fcrsten Mutter.\" class=\"wp-image-2134\" style=\"width:auto;height:250px\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild3.png 500w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild3-300x300.png 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild3-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wilhelmine Luise v. Bismarck, des F\u00fcrsten Mutter.<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild4.png\" alt=\"Karl Wilhelm Ferdinand v. Bismarck, des F\u00fcrsten Vater\" class=\"wp-image-2135\" style=\"width:auto;height:250px\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild4.png 500w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild4-300x300.png 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild4-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Karl Wilhelm Ferdinand v. Bismarck, des F\u00fcrsten Vater<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Seine erste Erziehung geno\u00df der Knabe in dem nach Jahns und Pestalozzischen Grunds\u00e4tzen gef\u00fchrten Plamannschen Institut in Berlin, wohin er, noch nicht 7 Jahre alt, kam. Er besuchte dann zuerst das Friedrich Wilhelm-Gymnasium und das Gymnasium zum Grauen Kloster, das er 1832 mit dem Zeugnis der Reife verlie\u00df. Seinem alten Lehrer Bonnell, in dessen Hause er Aufnahme gefunden hatte, hat er bis in das hohe Alter hinein pers\u00f6nlich die herzliche Freundschaft bewahrt, wie er auch der alten Schule stets dankbare Anh\u00e4nglichkeit zeigte. In den \u201eGedanken und Erinnerungen\u201c sagt er von dem Abschlu\u00df seiner Schulzeit, er habe die Schule als normales Produkt des staatlichen Unterrichts verlassen, als Pantheist und wenn nicht als Republikaner doch mit der \u00dcberzeugung, da\u00df die Republik die vern\u00fcnftigste Staatsform sei. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Dazu hatte ich von der turnerischen Vorschule mit Jahnschen Traditionen deutschnationale Eindr\u00fccke mitgebracht. Diese blieben im Stadium theoretischer Betrachtungen und waren nicht stark genug, um angeborene preu\u00dfisch-monarchische Gef\u00fchle zu tilgen. Meine geschichtlichen Sympathien blieben auf Seiten der Autorit\u00e4t.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er bezog dann die Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, um sich nach dem Wunsche der Mutter auf die diplomatische Laufbahn vorzubereiten. Er wurde zun\u00e4chst aber ein fr\u00f6hlicher Student. Die damalige Burschenschaft stie\u00df ihn durch ihre extravaganten politischen Ansichten und ihr Auftreten ab und er wurde bei Gelegenheit eines Zwischenfalls Mitglied des Corps Hannovera.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00f6hliche Studentenstreiche mit Karzer und 25 Mensuren werden uns aus der damaligen Zeit von Bismarck berichtet, der dort in G\u00f6ttingen in der hannoverschen Umgebung, wie seine Kommilitonen sagten, erst die preu\u00dfischen Grundlagen seines Wesens entdeckte und festigte. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine feste Freundschaft verband ihn mit dem Amerikaner Motley und dem als Zoologen sp\u00e4ter sehr bedeutenden Grafen Kayserling (zuletzt Kurator in Dorpat) mit denen er im Sommer 1833 zur Fortsetzung seiner Studien nach Berlin \u00fcbersiedelte. <\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem er 26j\u00e4hrig die erste juristische Pr\u00fcfung, das Auskultator-Examen bestanden hatte, wurde er bei der Regierung in Aachen als Referendar eingestellt. In Aachen, dem internationalsten Bade der damaligen Zeit, geriet der pommersche Junker in den Strudel des gro\u00dfen Lebens, lernte aber auch in dem katholisch b\u00fcrgerlich industriellen Lande ganz andere Verh\u00e4ltnisse kennen als sie bisher sich vor ihm aufgetan hatten. Tieferes Interesse konnte die Arbeit in den B\u00fcros der Regierung in ihm nicht wecken, ist er doch zeitlebens ein Feind der \u201eB\u00fcrokratie\u201c gewesen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer 1837 \u00fcberschritt er seinen Urlaub ohne Erlaubnis um Monate und kehrte nicht nach Aachen zur\u00fcck, sondern trat bei der Regierung in Potsdam ein. Von M\u00e4rz 1938 diente er als Einj\u00e4hriger im Gardej\u00e4gerbataillon, lie\u00df sich aber noch vor Ablauf seines Jahres nach Greifswald zu den dortigen J\u00e4gern versetzen, von wo er zu gleicher Zeit landwirtschaftliche Vorlesungen in Eldena h\u00f6ren konnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Oktober 1839 schied er aus dem Staatsdienste, den er als Aktendienst nicht liebte. Es reizte ihn nicht \u201eeinmal als Pr\u00e4sident mit 2000 Taler Gehalt in einer Mittelstadt zu sterben\u201c. Da zog er das Landleben und seine Freiheit vor. \u201e<em>Ich will Musik machen, wie ich es f\u00fcr gut befinde oder gar keine<\/em>\u201c, schreibt er in einem Briefe. Die Mutter erkl\u00e4rte sich noch kurz vor ihrem Tode mit Bismarcks W\u00fcnschen einverstanden und die beiden S\u00f6hne teilten sich in die Familieng\u00fcter.<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1939 bis 1852 ist Bismarck Landwirt geblieben. In einem sp\u00e4teren Brief sagte er: \u201eIch bin nun 12 Jahre lang ein unabh\u00e4ngiger Landjunker, d.h. bodenlos faul gewesen\u201c. So ist ihm diese Zeit erschienen, in Wirklichkeit hat er in dieser Zeit neben einer Reise durch England, Frankreich und die Schweiz durch vieles Lesen die Grundlagen gelegt zu einer umfassenden geistigen Bildung, besonders in der Geschichte und der zeitlichen Literatur, ist daneben ein t\u00fcchtiger Landwirt gewesen und hat es verstanden, das Vertrauen seiner Landsleute in hohem Ma\u00dfe zu gewinnen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild5.png\" alt=\"Bismarck als Bauer.\" class=\"wp-image-2136\" style=\"width:auto;height:350px\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild5.png 500w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild5-300x300.png 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild5-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bismarck als Bauer.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Wie sehr er die Pflicht der N\u00e4chstenliebe f\u00fchlte, zeigt, da\u00df er einst seinen Reitknecht Hillebrand, der ins Wasser gefallen war, unter eigner Lebensgefahr das Leben rettete. Er erhielt die Rettungsmedaille und hat diese Auszeichnung mit Stolz getragen. Als ihn sp\u00e4ter einmal ein hoher Diplomat sp\u00f6ttisch nach der Natur dieses \u201eOrdens\u201c fragte, erwiderte er gelassen: \u201e<em>je nun, ich habe die Gewohnheit ab und zu einem Mitmenschen das Leben zu retten!<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die in ihm \u00fcbersch\u00e4umende Kraft zeitigte ein exzentrisches \u00fcberm\u00fctiges Verhalten, so da\u00df er in der Gegend als das \u201etolle Bismarck\u201c bekannt wurde. Er machte gelegentlich seine G\u00e4ste munter, indem er vom Hofe aus in die Zimmerecke gerade \u00fcber ihrem Bette scho\u00df u.a. <\/p>\n\n\n\n<p>Seine Umgebung empfand zum Teil sehr wohl die \u00fcberragende Bedeutung des Mannes, der von innerer Leere und Zweifeln sowie von Mangel an Bet\u00e4tigung f\u00fcr seinen rastlosen Geist gepackt war, aber nur wenige verstanden ihn wie sein Freund Moritz von Blankenburg und dessen Frau Marie geb. v. Thadden. Die letztere war es, die Bismarck durch die Empfindungen eines lebenskr\u00e4ftigen Pietismus zu innerer religi\u00f6ser Ruhe brachte und ihm in Johanna v. Puttkammer die Frau zuf\u00fchrte, die f\u00fcr ihn von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung wurde. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarcks Liebe.<\/h3>\n\n\n\n<p>Auf einer Harzreise des pietistischen Kr\u00e4nzchens lernte Bismarck seine Frau n\u00e4her kennen, aber erst seine religi\u00f6se Umkehr erlaubte ihm um Johanna zu werben. Er erz\u00e4hlt selbst, da\u00df er bei der lebensgef\u00e4hrlichen Erkrankung seiner Freundin Marie v. Blankenburg zum ersten Male seit 15 Jahren wieder gebetet habe \u201e<em>ohne Gr\u00fcbeln \u00fcber die Vern\u00fcnftigkeit des Gebets<\/em>\u201c. <em>\u201eGott hat mein Gebet nicht erh\u00f6rt, aber er hat es auch nicht verworfen, denn ich habe die F\u00e4higkeit, ihn zu bitten, nicht wieder verloren\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen Worten schildert Bismarck in dem ber\u00fchmt gewordenen Werbebrief um Johannas Hand sein Zur\u00fcckfinden zu der religi\u00f6sen Ruhe und damit zu dem Grund, auf dem sich von nun an Bismarcks Leben aufbaute. Der Wunsch der sterbenden Marie v. Blankenburg, er m\u00fcsse sich jetzt bekehren, es sei die h\u00f6chste Zeit, war in Erf\u00fcllung gegangen. <\/p>\n\n\n\n<p>Johanna v. Puttkammer entstammte einem der H\u00e4user, in denen der Pietismus eine Heimst\u00e4tte hatte. Bismarcks Wandlung machte eine Verbindung m\u00f6glich, wenn auch sein Ruf, in dem Hause der Schwiegereltern noch manche Zweifel lie\u00df. Die Antwort auf den Werbebrief war nur eine halbe Zusage. Seine Werbung wurde angenommen, als er selbst in Reinfeld erschien und seine Braut einfach in die Arme schlo\u00df. Im Juni 1847 erfolgte die Verm\u00e4hlung, auf der Hochzeitsreise trafen Bismarck und seine Frau in Venedig Friedrich Wilhelm IV., der die Neuverm\u00e4hlten zur Tafel zog.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarcks Weg in die Politik.<\/h3>\n\n\n\n<p>In das \u00f6ffentliche Leben trat Bismarck, als er zum Deichhauptmann (1847) ernannt wurde und gelegentlich die Vertretung seines Bruders im Landratsamte \u00fcbernahm. Bekannt ist die Geschichte geworden, wie er sich selbst als Landrat vernimmt und bestraft, um \u00fcber die Angelegenheit einen ordnungsgem\u00e4\u00dfen Bericht, wie gew\u00fcnscht, einsenden zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Von vornherein ist er der Mann der st\u00e4ndischen Opposition gegen die liberalisierende B\u00fcrokratie. Er trat im Mai 1847 in den vereinigten Landtag ein und hielt sofort eine bedeutungsvolle Rede, die auch durch die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde interessant war. Der Abg. V. Sauken hatte gesagt, das Volk habe sich 1813 nicht aus Nationalstolz erhoben, den kenne ein gebildetes Volk gar nicht, sondern damit der K\u00f6nig dem Volke eine Verfassung geben k\u00f6nne. Bismarck protestierte dagegen, als ob die Volksbewegung von 1813 eines andern Grundes bedurft h\u00e4tte \u201eals der Schmach, da\u00df Fremde in unserm Lande geboten\u201c. Als sich darauf im Landtage ein gro\u00dfer L\u00e4rm erhob, drehte sich Bismarck herum, holte eine Zeitung herbei und begann zu lesen, bis der L\u00e4rm verrauschte. Dann f\u00fcgte er noch hinzu, es hei\u00dfe, der Nationalehre einen schlechten Dienst erweisen anzunehmen, da\u00df die Erniedrigung Preu\u00dfens nicht hinreichend gewesen sei, durch den Ha\u00df gegen die Fremdlinge alle andern Gef\u00fchle zu \u00fcbert\u00e4uben. <\/p>\n\n\n\n<p>Bis zu seiner Ernennung zum Bundestagsgesandten ist Bismarck Abgeordneter f\u00fcr verschiedene Landtage (z.B. auch f\u00fcr den Erfurter) gewesen. Seine Politik ging immer auf die Grundlagen von Preu\u00dfens Macht zur\u00fcck, und die sah er nicht in den Auseinandersetzungen \u00fcber Verfassungsfragen und sch\u00f6nen Reden, sondern in dem preu\u00dfischen K\u00f6nigtum und seiner Geschichte. Bismarck freut sich, da\u00df Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone, die ihm vom Paulskirchen-Parlament angeboten wurde, ablehnt, denn der Glanz dieser Krone k\u00f6nne nur durch Einschmelzen der preu\u00dfischen K\u00f6nigskrone gewonnen werden, und er will nicht, da\u00df dem preu\u00dfischen Adler mit der \u201e<em>Frankfurter Heckenschere die Fl\u00fcgel gestutzt werden<\/em>\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirren des Jahres 1848 verletzten sein preu\u00dfisches Herz schwer. Es ist bekannt, da\u00df er versucht zum K\u00f6nig zu gelangen, um ihn zum Festhalten den Revolution\u00e4ren gegen\u00fcber zu ermutigen. Als dies nicht gelingt, schreibt er einen Brief in diesem Sinne, den der K\u00f6nig noch lange als erstes Zeichen treuer Anh\u00e4nglichkeit in dunkler Zeit aufbewahrt hat. Mit M\u00fche h\u00e4lt er seine Sch\u00f6nh\u00e4user zur\u00fcck, nach Berlin zu ziehen, um den K\u00f6nig zu befreien. Er wird Mitgr\u00fcnder der \u201eKreuzzeitung\u201c, die im Revolutionsjahr als Gegengewicht gegen die Demokratie gegr\u00fcndet wird. <\/p>\n\n\n\n<p>So ist Bismarck, der Preu\u00dfe schlechthin, ein Politiker der Tat, auf den sich fr\u00fche die Augen seiner politischen Freunde als den entschlossensten Vertreter ihrer Ideen richten. Bereits im Ministerium des Grafen Brandenburg sollte ihm ein Sitz zuteil werden, aber der K\u00f6nig schreibt zu dem Namen Bismarck in der Vorschlagsliste: \u201e<em>Nur zu gebrauchen, wenn das Bajonett schrankenlos waltet.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1850 war in Olm\u00fctz die Unionspolitik Preu\u00dfens zusammengebrochen. Preu\u00dfen, das damals keinen Krieg f\u00fchren konnte, mu\u00dfte sich unter Ru\u00dfland und \u00d6sterreich dem\u00fctigen und auf seine Pl\u00e4ne im Reiche verzichten. Bismarck rechtfertigte in einer Kammerrede die \u201eSchmach von Olm\u00fctz\u201c, als die Politik, die unter den gegebenen Umst\u00e4nden die richtige gewesen war. Er selbst sollte ja dereinst die Fehler, die zu Olm\u00fctz gef\u00fchrt hatten, bessern und Preu\u00dfen nach K\u00f6niggr\u00e4tz und Sedan f\u00fchren. Diese Stellungnahme Bismarcks, die f\u00fcr \u00f6sterreichfreundlich galt, entschied, da\u00df er 1852 preu\u00dfischer Bundestagsgesandter in Frankfurt wurde.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild6.png\" alt=\"Bismarck als Bundestagsgesandter im Jahre 1858.\" class=\"wp-image-2137\" style=\"width:auto;height:350px\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild6.png 500w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild6-300x300.png 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild6-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bismarck als Bundestagsgesandter im Jahre 1858.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Der pommersche Landjunker war mit einem Schlage in die hohe Diplomatie versetzt, in der er sich nun mit seinem Takt und gewinnenden \u00e4u\u00dfern Wesen bald zu behaupten wu\u00dfte. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber das Leben in Bismarcks Hause in Frankfurt, wo er mit seiner Familie die gl\u00fccklichsten Jahre zubrachte, gibt das Buch v. Sell, F\u00fcrst Bismarcks Frau ersch\u00f6pfende Auskunft. Zun\u00e4chst blieb er einige Zeit als Geh. Legationsrat in Frankfurt, um sich erst in die Einzelheiten des Dienstes einzuarbeiten, dann wurde er beglaubigter Gesandter. Es ist oft erz\u00e4hlt, wie Bismarck in Frankfurt sich und dem von ihm vertretenen Preu\u00dfen die n\u00f6tige Achtung sicherte. \u00d6sterreich spielte in dem Konzert des Bundestages die erste Fl\u00f6te und behandelte die andern deutschen M\u00e4chte mit einer Geringsch\u00e4tzung, die sich in Kleinigkeiten \u00e4u\u00dferte, deren wahren Sinn Bismarck aber sofort erkannte. So pflegte in den Sitzungen der Vertreter \u00d6sterreichs, Graf Thun, allein zu rauchen, er leitete die Versammlung sehr formlos, bot Bismarck nicht einmal einen Stuhl an, ja, er soll in Hemds\u00e4rmeln dagesessen haben. Bismarck nahm sich, als er das n\u00e4chste Mal erschien, selbst einen Stuhl, zog den Rock aus und z\u00fcndete sich eine Zigarre an. Graf Thun nahm sich die Lehre sofort zu Herzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Reibungsfl\u00e4chen zwischen \u00d6sterreich und Preu\u00dfen waren viele, so vor allem die Frage des Zollvereins, in den \u00d6sterreich auch eintreten wollte, um Preu\u00dfens Einflu\u00df lahm zu legen, die Frage der Flotte und der Bundesfestungen, die schleswig-holsteinsche Frage. Bismarck verfocht \u00fcberall z\u00e4h den preu\u00dfischen Standpunkt. Er erkannte bald, da\u00df es der Gegensatz zwischen Preu\u00dfen und \u00d6sterreich war, der Preu\u00dfen in allen seinen Lebens\u00e4u\u00dferungen in der politischen Welt hinderte, ihn galt es vor allem aus der Welt zu schaffen. Schritt f\u00fcr Schritt hat Bismarck jetzt auf dieses Ziel hingearbeitet, bis es 1866 erreicht ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Als im Jahre 1854 der Krimkrieg ausbrach zwischen Ru\u00dfland einerseits, der T\u00fcrkei, England und Frankreich andererseits, trat er f\u00fcr die Neutralit\u00e4t ein. Preu\u00dfen habe kein Interesse an den orientalischen Fragen, es w\u00fcrde nur als Vasall der k\u00e4mpfenden Parteien teilnehmen. In Berlin war eine Partei f\u00fcr Teilnahme an der Seite Ru\u00dflands, eine Partei gegen Ru\u00dfland, zu der letzteren geh\u00f6rte Prinz Wilhelm, der es Ru\u00dfland nicht verzieh, da\u00df es in Olm\u00fctz Preu\u00dfen gedem\u00fctigt hatte, er warf Bismarck, der wegen dieser Frage \u00f6fter von Frankfurt aus in Berlin war, vor, er mache Politik wie ein Gymnasiast. Als der franz\u00f6sische Gesandte Bismarck aber sagte, seine Politik werde Preu\u00dfen nach Jena f\u00fchren, antwortete er treffend: \u201eWarum nicht nach Leipzig und Ro\u00dfbach!\u201c Bismarcks Politik siegte. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch als er nach dem Krimkrieg, nachdem Napoleon als Sieger daraus hervorgegangen war, daran ging, mit Frankreich in ein besseres Verh\u00e4ltnis zu gelangen, hatte er mit Widerst\u00e4nden zu k\u00e4mpfen. Napoleon galt den konservativen Kreisen Berlins als ein Usurpator, mit dem ein Staat wie Preu\u00dfen sich nicht verbinden d\u00fcrfe. Bismarck aber war sogar f\u00fcr ein B\u00fcndnis mit Ru\u00dfland und Frankreich zu haben, um Preu\u00dfens Stellung neu zu schaffen. Leopold v. Gerlach hat er deshalb zugerufen: \u201e<em>Sie ignorieren die Realit\u00e4ten!<\/em>\u201c Frankreich z\u00e4hle ihm als Stein und zwar als unvermeidlicher im Schachspiel der Politik, \u201e<em>ein Spiel, in dem ich nur meinem K\u00f6nig und meinem Lande zu dienen Beruf habe. Sympathien und Antipathien in betreff ausw\u00e4rtiger M\u00e4chte und Personen vermag ich vor meinem Pflichtgef\u00fchl \u2014 \u2014 nicht zu rechtfertigen<\/em>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Bismarck ist in dieser Zeit zweimal, 1855 und 57 mit Napoleon zusammen gekommen und hat mit ihm sich besprochen, der seinerseits der Ansicht war, man solle die Zeit von 1806 bis 1813 vergessen, Politiker m\u00fc\u00dften sich mit der Zukunft besch\u00e4ftigen. Wenn alle sich mit der Vergangenheit besch\u00e4ftigen, so m\u00fc\u00dften L\u00e4nder, die einmal miteinander Krieg gef\u00fchrt hatten, Feinde f\u00fcr immer sein. Politische Folgen haben die unverbindlichen Besprechungen nicht gehabt, ein Plan eines Besuches Napoleons in Berlin scheiterte an dem Widerstande des preu\u00dfischen Hofes.\u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Bald nachdem Prinz Wilhelm endg\u00fcltig die Regentschaft \u00fcbernahm, wurde Bismarck zum Gesandten in Petersburg ernannt, der Prinzregent z\u00e4hlte ihn zun\u00e4chst nicht zu seinen Werkzeugen, und Bismarck empfand die Versetzung als Kaltstellung. In Petersburg wurde Bismarck, der konservative Royalist und Gegner \u00d6sterreichs, freundlich aufgenommen. Bis Mai 1862 blieb er in Petersburg, wo er die hohe europ\u00e4ische Politik an einem ihrer Brennpunkte sah, dann wurde er abberufen und auf kurze Zeit zum Gesandten in Paris ernannt. <\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen waren eben in Preu\u00dfen selbst Verh\u00e4ltnisse eingetreten, die ihn riefen. W\u00e4hrend Bismarck in Petersburg war, erlebte seine gegen \u00d6sterreich gerichtete Politik eine neue Krise. Als im Jahre 1859 Napoleon im Bunde mit Sardinien \u00d6sterreich den Krieg erkl\u00e4rte, da verlangte die \u00f6ffentliche Meinung Deutschlands gebieterisch, da\u00df Preu\u00dfen \u00d6sterreich helfen sollte, Bismarck geriet in Sorge, da\u00df \u201e<em>wir uns mit dem nachgemachten 1813er von \u00d6sterreich besoffen machen lassen und Torheiten begehen<\/em>\u201c. Ihm lag nichts daran \u00d6sterreich zu st\u00e4rken, solange es in Deutschland Preu\u00dfen in dr\u00fcckenden Fesseln niederhielt. <\/p>\n\n\n\n<p>In einem Briefe vom Mai 1859 an den Minister v. Schleinitz spricht er es aus, \u201e<em>da\u00df Preu\u00dfen das bestehende Bundesverh\u00e4ltnis mit \u00d6sterreich und den Mittelstaaten als ein Gebrechen betrachten mu\u00df, das fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ferro et igni wird geheilt werden m\u00fcssen, wenn wir nicht beizeiten eine Kur dagegen vornehmen<\/em>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Ingrimm h\u00f6rte Bismarck, da\u00df man ihn in Deutschland als Parteig\u00e4nger Frankreichs und Ru\u00dflands betrachte, ihm nachsage, er habe Frankreich die Abtretung deutscher Gebiete am Rhein versprochen u.a. Er hat, so schreibt er, niemals etwas anderes geraten, als sich auf die aufzubietende nationale Kraft Deutschlands zu verlassen. Dieses \u201e<strong>einf\u00e4ltige Federvieh der deutschen Presse<\/strong>\u201c merke nicht einmal, da\u00df es gegen das bessere Teil seiner eignen Bestrebungen arbeite, wenn es gegen ihn arbeite. \u2014<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarck und v. Roon.<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1861 \u00fcbernahm der Prinzregent nach dem Tode Friedrich Wilhelm IV. den preu\u00dfischen Thron als Wilhelm I. Am 18. Oktober setzte er sich in K\u00f6nigsberg die Krone selbst aufs Haupt, um zu zeigen, da\u00df er sie von niemand habe als von Gott. <\/p>\n\n\n\n<p>An dem Grafen Albrecht v. Roon fand Wilhelm I. einen verst\u00e4ndnisvollen F\u00f6rderer seiner Gedanken, der mit Bismarck eines Sinnes war und auf ihn immer wieder hinwies. Als Gegner kam vor allem der Landtag in Betracht, in dem die Opposition allm\u00e4chtig war und aus den Wahlen im M\u00e4rz 1862 noch gest\u00e4rkt hervorging. Der Landtag suchte seinerseits die Frage der Armeeneuorganisation, dreij\u00e4hrige Dienstzeit und der Bev\u00f6lkerungsziffer entsprechende Rekrutenzahl, f\u00fcr die er die Mittel bewilligen sollte, als Machtfrage gegen\u00fcber dem K\u00f6nigtum aufzuwerfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Schon fr\u00fch wurde Bismarck als Retter in dem Streit genannt. Aber K\u00f6nig Wilhelm, der wohl einsah, da\u00df es auf Kampf und nicht auf ein Paktieren mit der Landtagsmehrheit ankam, konnte sich nicht entschlie\u00dfen, Bismarck, den Feind \u00d6sterreichs, zu seinem Ministerpr\u00e4sidenten zu machen, obwohl Bismarck eigens deshalb von seinem Petersburger Posten abberufen war. So mu\u00dfte er nach einigen Wochen der Unentschiedenheit auf kurze Zeit auf den Botschafterposten nach Paris, bis ihn ein Telegramm Roons \u201eGefahr in Verzug. Eilen Sie!\u201c im Herbst nach Berlin zur\u00fcckrief, wo er dann als Ministerpr\u00e4sident von nun an das preu\u00dfische und sp\u00e4ter das deutsche Staatsschiff lenken sollte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarcks Konflikte.<\/h3>\n\n\n\n<p>Als Bismarck in Berlin ankam, war in der Tat Gefahr im Verzuge. Der Widerstand des Parlaments gegen die Reorganisationspl\u00e4ne, der im Grunde darauf hinauslief, die Macht der Krone in milit\u00e4rischen Dingen von den Befugnissen des Parlaments abh\u00e4ngig zu machen, hatte in K\u00f6nig Wilhelm den Entschlu\u00df reifen lassen, abzudanken. Aber auch der Kronprinz wollte unter diesen Umst\u00e4nden die Krone nicht \u00fcbernehmen. Da erkl\u00e4rt in der denkw\u00fcrdigen Unterredung des 22. September 1862 Bismarck seinem K\u00f6nig, da\u00df er bereit sei, f\u00fcr die Heeresorganisation einzutreten, selbst gegen die Mehrheit des Landtags. \u201eDann ist es meine Pflicht, mit Ihnen die Weiterf\u00fchrung des Kampfes zu versuchen, ich danke nicht ab\u201c, erwiderte der K\u00f6nig.\u2014<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns cat-box-border-anthrazit is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-4 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/film\/bismarck-die-gruendung-des-deutschen-reichs\/\" target=\"_blank\" rel=\"Bismarck \u2013 Die Gr\u00fcndung des deutschen Reichs. noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/film\/wp-content\/uploads\/sites\/38\/2023\/10\/EB_Mediathek_Film_Bismarck_Die_Gruendung_des_deutschen_Reichs_v.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-link-color wp-elements-ffb56725f6470e508e09478462fe6261\">Als K\u00f6nig Wilhelm I. mit dem Gedanken der Abdankung spielt, gelingt es Bismarck ihn vom Gegenteil zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n<a class=\"gb-button gb-button-70a6e438 gb-button-text\" href=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/film\/bismarck-die-gruendung-des-deutschen-reichs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der Spielfim.<\/a>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Von diesem Augenblick an datiert das eigenartige wunderbare Verh\u00e4ltnis zwischen den beiden M\u00e4nnern. In alter Lehenstreue tritt Bismarck vor seinen K\u00f6nig und rettet durch den Strudel der Zeitstr\u00f6mungen die Macht des preu\u00dfischen K\u00f6nigshauses hindurch. <\/p>\n\n\n\n<p>\u2014 Es wurde nun f\u00fcr Bismarck bald notwendig, ohne die verfassungsm\u00e4\u00dfigen Grundlagen, d.h. ohne Zustimmung des Landtages, zu regieren. In einer Rede am 27. Januar 1863 hat sich Bismarck hierzu ge\u00e4u\u00dfert. Das ganze Verfassungsleben sei eine Reihe von Kompromissen, kommen solche aber durch den Doktrinarismus des einen Faktors nicht zustande, so w\u00fcrden die Konflikte zu Machtfragen, wer die Macht habe, gehe dann in seinem Sinne vor. \u2014 <\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u00c4u\u00dferung ist ihm dahin ausgelegt worden, als ob er der Ansicht sei \u201eMacht geht vor Recht!\u201c Wie falsch das ist, geht aus dem Zusammenhang hervor. Er war durchaus kein Ver\u00e4chter der \u00f6ffentlichen Meinung, er hat nicht unn\u00f6tig den Konflikt gesucht. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas die Verfassung Ihnen an Rechten zubilligt, soll Ihnen unverk\u00fcrzt zukommen!\u201c rief er der Mehrheit zu, \u201eaber was dar\u00fcber hinausgeht, werden wir ablehnen und Ihren Forderungen gegen\u00fcber die Rechte der Krone wahrnehmen. Das preu\u00dfische K\u00f6nigtum, dem gerade heute ein neuer Erbe geboren ist, ist noch nicht reif dazu, einen rein ornamentalen Schmuck des Verfassungsgeb\u00e4udes zu bilden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht mit Unrecht hat Bismarck seine T\u00e4tigkeit von 1862 bis 1866 als die grundlegend bedeutendste bezeichnet. Die K\u00e4mpfe, die jetzt zu f\u00fchren waren, waren hart, und mancherlei Mi\u00dfgriffe und H\u00e4rten erschwerten sie, und nicht allein der parlamentarische Konflikt war durchzufechten. Selbst der Kronprinz nahm in seiner bekannten Danziger Rede in liberalem Sinne gegen Bismarck Stellung, und es zeigt Bismarcks ganze Seelengr\u00f6\u00dfe, da\u00df gerade er es war, der den Zorn des K\u00f6nigs gegen seinen Sohn dieser Haltung wegen m\u00e4\u00dfigte. Der K\u00f6nig hielt in vorbildlicher Treue zu seinem Diener, und dieser focht den Kampf durch, obwohl er mit Hohn und Spott wegen seiner politischen Unf\u00e4higkeit \u00fcbersch\u00fcttet wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein kl\u00e4gliches, aber ewig denkw\u00fcrdiges Bild, wie die in Doktrinarismus entartete Kammeropposition v\u00f6llig unf\u00e4hig war, nicht nur den Gegner in seiner Art zu erkennen, sondern ihn \u00fcberhaupt politisch zu verstehen, obwohl Bismarck durchaus zu einer Verst\u00e4ndigung den Weg finden wollte. In der Kommissionssitzung am 30. September 1882 zeigte er einem Nachbarn einen Olivenzweig und sagte: <em>\u201eDiesen Zweig habe ich in Avignon gepfl\u00fcckt, um ihn der Volkspartei als Friedenszeichen anzubieten; ich sehe, da\u00df es noch nicht Zeit dazu ist.\u201c <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Konflikt werde \u00fcberhaupt zu tragisch angefa\u00dft, meinte er, die Regierung suche keinen Kampf. \u201e<em>Nicht auf Preu\u00dfens Liberalismus sieht Deutschland, sondern auf seine Macht. \u2014 Der g\u00fcnstige Augenblick ist f\u00fcr Preu\u00dfen schon einige Mal verpa\u00dft. Nicht durch Reden und Majorit\u00e4tsbeschl\u00fcsse werden die gro\u00dfen Fragen der Zeit entschieden \u2014 das ist der gro\u00dfe Fehler von 1848 gewesen \u2014, sondern durch Blut uns Eisen.<\/em>\u201c \u2014 <\/p>\n\n\n\n<p>Wenige Tage sp\u00e4ter f\u00e4hrt Bismarck, der von Baden-Baden kommt, bis J\u00fcterbok entgegen, um ihn \u00fcber die \u201eBlut und Eisen\u201c-\u00c4u\u00dferung zu beruhigen. Der K\u00f6nig ist niedergeschlagen und sagt zu Bismarck: \u201e<em>Ich sehe ganz genau voraus, wie das alles endigen wird. Vor dem Opernplatz, unter meinen Fenstern, wird man Ihnen den Kopf abschlagen und etwas sp\u00e4ter mir.<\/em>\u201c Bismarck erwiderte: &#8222;<em>K\u00f6nnen wir anst\u00e4ndiger sterben? Ich selbst im Kampfe f\u00fcr die Sache meines K\u00f6nigs und Ew. Majest\u00e4t, indem Sie Ihre k\u00f6niglichen Rechte von Gottes Gnaden mit dem eignen Blute besiegeln, ob auf dem Schafott oder den Schlachtfeldern, \u00e4ndert nichts.<\/em>\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Das waren die Stimmungen, die in den Konfliktjahren Bismarck beherrschten. Der Verfassungskonflikt, der aus dem Milit\u00e4rkonflikt entstanden war, beherrschte die Lage. Alle Erkl\u00e4rungen der Regierung nahm das Parlament mit Protest entgegen, Pre\u00df- und Versammlungsfreiheit wurden unterdr\u00fcckt, jahrelang fuhr der K\u00f6nig in geschlossenem Wagen durch Berlin, und sein Geburtstag wurde nicht gefeiert. Es war die Zeit, wo bedeutende M\u00e4nner durchaus wohlmeinend dem K\u00f6nig vorstellten, da\u00df Bismarcks Weg zum Abgrund f\u00fchrte. Aber Bismarck blieb fest und das Vertrauen seines K\u00f6nigs verlie\u00df ihn nicht \u2014 zum Gl\u00fcck f\u00fcr Ihn und \u2014 Deutschland. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf Bismarck selbst wurde am 7. Mai 1866 von Cohen-Blind ein Attentat unternommen, es war in den Tagen des kommenden Bruderkrieges gegen \u00d6sterreich. Der Attent\u00e4ter scho\u00df in Berlin Unter den Linden mehrmals auf Bismarck, verletzte ihn aber nur leicht. In einer Auseinandersetzung im Reichstage hat Bismarck sp\u00e4ter eine Schilderung der Stimmung gegen ihn von damals gegeben. Fortschrittliche Bl\u00e4tter h\u00e4tten damals f\u00fcr Blind Partei genommen und es ihm ordentlich ver\u00fcbelt, da\u00df er sich nicht habe totschie\u00dfen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die L\u00f6sung auch der inneren Fragen kam schlie\u00dflich durch die \u00e4u\u00dfere Politik, zwar erkl\u00e4rten viele (v. Carlowitz, H. v. Sybel), da\u00df die Politik Bismarcks weder Vertrauen noch Erfolg haben werde, doch hat er gerade in dieser Zeit mit v\u00f6lliger Klarheit den Weg vor sich gesehen, auf dem er Preu\u00dfen sicher aufw\u00e4rts f\u00fchren k\u00f6nne. Mit geradezu klassischer Offenheit sagte er dem \u00f6sterreichischen Grafen Karolyi, der gemeint hatte, \u00d6sterreich k\u00f6nne seinen traditionellen Einflu\u00df auf die deutschen H\u00f6fe nicht aufgeben, ohne da\u00df es aus Deutschland herausgedr\u00e4ngt w\u00fcrde: \u201eNun, so verlegt Euren Schwerpunkt nach Osten!\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Als \u00d6sterreich durch den Frankfurter F\u00fcrstentag versuchte, Preu\u00dfen wieder fester in die alten Fesseln bundesstaatlicher Enge zu schlagen, wu\u00dfte es Bismarck zu verhindern, da\u00df der K\u00f6nig, der gerade in Baden war, die Tagung besuchte. Freilich war auch hier der Kampf hart, da nur Bismarck die letzten Konsequenzen wirklich durchschaute und bedeutende Einfl\u00fcsse am Werk waren, den K\u00f6nig auf die Seite \u00d6sterreichs zu ziehen. In starkem Gegensatz zur \u00f6ffentlichen Meinung setzte sich Bismarck in Fragen der ausw\u00e4rtigen Politik bei Gelegenheit des polnischen Aufstandes, wo er sofort F\u00fchlung mit Ru\u00dfland nahm entgegen den Sympathien der \u00d6sterreicher, der Weltm\u00e4chte und der Liberalen des eigenen Landes. Zum Kampfe gegen \u00d6sterreich brauchte er ein friedlich freundliches Ru\u00dfland. In drei gro\u00dfen Kriegen errang Bismarck dann Preu\u00dfen die Stellung, wie er sie f\u00fcr gesund und n\u00f6tig hielt. Damit hatte er gesiegt, auch im Innern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarcks Genialit\u00e4t. <\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist nicht die Aufgabe dieser Zeilen, die Geschichte der gro\u00dfen Einheitskriege zu erz\u00e4hlen. Im ersten erlangte er 1864 die Abtretung von Schleswig-Holstein an \u00d6sterreich und Preu\u00dfen, die noch einmal zusammen vorgingen. Als der Konflikt beim Tode des d\u00e4nischen K\u00f6nigs reif wurde, war sich Bismarck klar, da\u00df die \u201eUp ewig ungedeelten eineml preu\u00dfisch werden mu\u00dften\u201c, obwohl das ganze Volk f\u00fcr den Augustenburger Herzog als Erben eintrat. <\/p>\n\n\n\n<p>Durch eine meisterhaft geschickte Diplomatie kam er zum Ziel, wenn auch erst, nachdem er im deutschen Krieg von 1866 die deutsche Frage mitentschieden hatte. Der Gegensatz \u00d6sterreich-Preu\u00dfen mu\u00dfte, wenn nicht anders m\u00f6glich, durch Blut und Eisen entschieden werden, das war nach Bismarcks Erkenntnis Preu\u00dfens Lebensinteresse. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer 1866 waren die Gegens\u00e4tze soweit gediehen, da\u00df der Krieg ausbrach. Der Gasteiner Vertrag von 1865 hatte noch einmal einen Ausgleich gebracht, aber \u00fcber der schleswig-holsteinischen Frage kam es dann doch zum Kriege, der Preu\u00dfen und die Politik Bismarcks nach K\u00f6niggr\u00e4tz f\u00fchrte. \u00d6sterreich war geschlagen \u201e<em>Ew. Majest\u00e4t haben nicht nur die Schlacht, sondern den Feldzug gewonnen<\/em>\u201c, sagte Moltke. \u201e<em>Ja<\/em>\u201c, sagte Bismarck, \u201e<em>die Streitfrage ist also entschieden; jetzt gilt es die alte Freundschaft mit \u00d6sterreich wieder zu gewinnen.<\/em>\u201c Und danach handelte er. <\/p>\n\n\n\n<p>Nur schwer war der K\u00f6nig zu der milden Auffassung Bismarcks zu bewegen, ebenso schwer, wie er sich zu dem Bruderkriege entschlossen hatte. Aber nichts kennzeichnet die tiefe und weitschauende Genialit\u00e4t Bismarcks, der als tollk\u00fchner, skrupelloser Junker und \u00fcberm\u00fctiger Phantast in Europa verschrien war, besser, als seine T\u00e4tigkeit bei den nun folgenden Nikolsburger Verhandlungen. Noch heute erfreuen wir uns der Fr\u00fcchte dieser weisen Politik, die die Grundlagen f\u00fcr den Bund der Zentralm\u00e4chte schuf, an dem die Feinde zerschellen werden. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6sterreich wurde von Gebietsabtretungen verschont, auch Sachsen blieb bestehen. Hannover, Kurhessen und Nassau, die trotz Bismarcks Aufforderungen zu neutraler Haltung ihr Geschick an \u00d6sterreich gebunden hatten, wurden preu\u00dfisch. Das waren im gro\u00dfen und ganzen die Ergebnisse des Feldzuges, der Preu\u00dfen freie Hand in Deutschland, vorerst in Norddeutschland, schuf. <\/p>\n\n\n\n<p>Der schnelle Abschlu\u00df des Friedens mit \u00d6sterreich war zu einem gewissen Teile auch durch das Eingreifen Napoleons herbeigef\u00fchrt. Schon fr\u00fch mischte er sich ein, als er aber durch eine geschickte Politik Bismarcks von dem Friedensschlusse ferngehalten war, verlangte er kurz und b\u00fcndig f\u00fcr sich die Grenzen Frankreichs vor 1815. Der Gesandte Benedetti mu\u00dfte diese Forderungen schriftlich einreichen, ein Schriftst\u00fcck, das Bismarck wohl aufbewahrte, weil es den s\u00fcddeutschen F\u00fcrsten, die vor 1866 noch oft in Frankreich gegen Preu\u00dfen Schutz suchten, zeigte, wie man in Frankreich \u00fcber sie dachte. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Bismarck ablehnte, \u00fcber die Aufgabe deutschen Landes zu verhandeln, entstand die Gefahr eines Krieges, der aber nicht zum Ausbruch kam, da Frankreich nicht ger\u00fcstet war. In Frankreich empfand man den Sieg Preu\u00dfens als eine Niederlage der Franzosen und \u201eRache f\u00fcr Sadowa\u201c wurde dann ja auch der Grund zu dem Kriege von 1870. \u2013 Die Gr\u00f6\u00dfe des Staatsmannes zeigte Bismarck jetzt auch im Innern. Als Sieger standen sein K\u00f6nig und er da, ihre Politik war durch die Ereignisse gl\u00e4nzend gerechtfertigt, und doch z\u00f6gerte er nicht, in der Indemnit\u00e4tsvorlage der Kammeropposition die Hand zur Vers\u00f6hnung zu reichen. Er zeigte, wie es ihm, fern von allem Parteidogmatismus, nur auf das Staatswohl ankam, dem er die Form gern zum Opfer brachte. Stets hatte er sich auch w\u00e4hrend des Konfliktes bem\u00fcht, auch seine Gegner zu dieser H\u00f6he politischer Auffassung zu erziehen, wenn es ihm auch nur schwer gelang, bei dem alten Erbfehler der deutschen Gegens\u00e4tze so pers\u00f6nlich und scharf als m\u00f6glich aufzufassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarcks Werk.<\/h3>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chsten Jahre waren dem Ausbau des Geb\u00e4udes des Norddeutschen Bundes gewidmet, nach dem sich dann nach 1870 das Reich richten sollte. Auch gelang es, die s\u00fcddeutschen Staaten fester an Norddeutschland zu ketten; es wurde alles vorbereitet f\u00fcr den Kampf mit Frankreich, den bereits der Friede von 1866 in bedrohlicher N\u00e4he gezeigt hatte. Auch hier tat die kluge Politik Bismarcks Ru\u00dfland gegen\u00fcber ihre Schuldigkeit. Wie sich dann an der spanischen Thronfrage der deutsch-franz\u00f6sische Krieg entwickelte, wie er zu Ende gef\u00fchrt wurde, das hier zu erz\u00e4hlen erscheint wohl \u00fcberfl\u00fcssig. <\/p>\n\n\n\n<p>Bismarck hat den Fehdehandschuh aufgehoben, als er hingeworfen wurde. Es ist bekannt, wie in den schw\u00fclen Julitagen des Jahres 1870 Bismarck durchaus nicht damit einverstanden war, da\u00df die franz\u00f6sischen Unversch\u00e4mtheiten nicht eine sofortige scharfe Zur\u00fcckweisung erhalten hatten. Moltke, Roon und Bismarck sitzen zusammen, als das Telegramm Abekens aus Ems ankommt, in dem die Ereignisse geschildert werden, in deren Mittelpunkt Benedettis Forderungen an K\u00f6nig Wilhelm stehen. Bismarck streicht an dem Inhalt \u00dcberfl\u00fcssiges weg, und es entsteht die ber\u00fchmte Emser Depesche. <strong>Erst war\u00b4s eine Schamade, jetzt klingt\u00b4s wie eine Fanfare! <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als dann im Spiegelsaal in Versailles nach langen, mit unerm\u00fcdlicher Geduld und diplomatischer Klugheit gef\u00fchrten Verhandlungen K\u00f6nig Wilhelm zum Deutschen Kaiser ausgerufen wird, da hat Bismarck das H\u00f6chste erreicht: er hat das Sehnen seiner Zeit gestillt, das die gr\u00f6\u00dften und besten Geister Deutschlands in Wort und Schrift so oft besch\u00e4ftigt hatte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"582\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild7-1024x582.jpg\" alt=\"Generalsvortrag in Versailles.\" class=\"wp-image-2138\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild7-1024x582.jpg 1024w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild7-300x171.jpg 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild7-768x437.jpg 768w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild7-1536x873.jpg 1536w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild7.jpg 1748w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Generalsvortrag in Versailles<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Mittel es zu erreichen hatte nur er verf\u00fcgt, das staatsm\u00e4nnische Genie, das in Jahrhunderten nur einmal einem Volke geschenkt wird. Bismarck hat 1870 bei Gelegenheit eines Tischgespr\u00e4ches erz\u00e4hlt, er habe als G\u00f6ttinger Student mit einem Amerikaner gewettet, da\u00df Deutschland in 25 Jahren einig sei, was der Amerikaner bezweifelte. Da\u00df er stets nicht nur preu\u00dfisch, sondern preu\u00dfisch-deutsch dachte, hat der Gang seiner Politik f\u00fcr alle Zeiten erwiesen. \u2014 Der Dank seines K\u00f6nigs blieb nicht aus. Nachdem er bereits 1865 Graf geworden war, wurde er jetzt in den F\u00fcrstenstand erhoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 9. Juli 1879 f\u00fchrte F\u00fcrst Bismarck im Reichstage aus: \u201eIch habe von Anfang meiner Karriere nur den einen Leitstern gehabt: durch welche Mittel und auf welchem Wege kann ich Deutschland zu einer Einigung bringen, und wie kann ich diese Einigung befestigen, f\u00f6rdern und so gestalten, da\u00df sie aus freiem Willen aller Mitwirkenden dauernd erhalten wird?\u201c So setzte er nach den gro\u00dfartigen Erfolgen der drei Kriege alles daran, das Reich, das staatsrechtlich so sehr seine eigene Sch\u00f6pfung war, im Innern gesund und kr\u00e4ftig zu gestalten. Eine einheitliche Ma\u00df-und Gewichtsordnung, Reichsgericht, Verstaatlichung der Eisenbahnen schuf er und machte Ende der siebziger Jahre die gro\u00dfe Schwenkung vom Freihandel zur Schutzzollpolitik, um das Reich auch als Wirtschaftsgebiet auf eigene F\u00fc\u00dfe zu stellen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild8.png\" alt=\"Der Kanzler am Schreibtisch.\" class=\"wp-image-2139\" style=\"width:auto;height:350px\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild8.png 500w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild8-300x300.png 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild8-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Kanzler am Schreibtisch.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>In hei\u00dfen parlamentarischen K\u00e4mpfen erreichte er das Ziel, dessen Bedeutung wir wohl alle erst heute recht verstehen. Manches freilich gelang nicht, so blieben die Finanzen des Reichs von den Einzelstaaten abh\u00e4ngig, und Bismarcks Politik der Monopole (Tabakmonopol) scheiterte. Unter seiner Reichskanzlerschaft erschien die gro\u00dfe kaiserliche Botschaft, die die sozialreformatorische Gesetzgebung einleitete. <\/p>\n\n\n\n<p>Bismarck hat sich stets warm daf\u00fcr eingesetzt und nur praktischen Blickes, wie er war, vor allzu gro\u00dfer \u00dcbereilung im Tempo gewarnt, wegen der R\u00fcckwirkung auf die Konkurrenzf\u00e4higkeit unserer Industrie, denn auf diesem Gebiete wollten uns die \u201efreiheitlichen\u201c V\u00f6lker, die so gern stets auf das \u201ereaktion\u00e4re\u201c Preu\u00dfen-Deutschland herabsahen, nicht folgen. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Feind des Reiches betrachtete er die politische Macht der katholischen Kirche, wie sie im Zentrum bei uns in die Erscheinung trat, eine Macht, die au\u00dfernationalen Befehlen gehorche. Im <strong>Kulturkampf<\/strong> kam es 1874 zu einer heftigen Auseinandersetzung, die f\u00fcr das ganze Volksleben schwere Ersch\u00fctterungen herbeif\u00fchrte; ja, ein fanatischer B\u00f6ttchergeselle Kullmann wagte, als Bismarck in Kissingen zur Kur weilte, ein Attentat. Sp\u00e4ter einigte sich Bismarck mit dem Zentrum wieder, das ihm dann f\u00fcr die Schutzzollgesetze die Mehrheit brachte. <\/p>\n\n\n\n<p>Sein Hauptkampf richtete sich aber gegen die wachsende Macht der international gerichteten Sozialdemokratie, deren \u00e4u\u00dfere Organisation er durch die <strong>Sozialistengesetze<\/strong> zerst\u00f6rte, ohne freilich ihr Wachstum hindern zu k\u00f6nnen. Die Attentate von H\u00f6del und Dr. Nobiling auf den 81j\u00e4hrigen Kaiser Wilhelm zeigten, wie weit die Verhetzung gro\u00dfer Volksschichten schon gediehen war und gaben Bismarck Gelegenheit zum Einschreiten. Die K\u00e4mpfe Bismarcks gegen Zentrum und Sozialdemokratie hatten keinen Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der <strong>Kolonialpolitik <\/strong>war er der nationale Deutsche. Er stellte den Schutz des Reiches den k\u00fchnen Deutschen zur Verf\u00fcgung, die in fremder Erde die deutsche Flagge hi\u00dften und schuf so die deutsche Kolonialpolitik, die durchaus nicht so von Anfang an den Beifall der Nation hatte wie heute. \u2014 Mit besonderer Sorgfalt pflegte er das Verh\u00e4ltnis Preu\u00dfens zu den andern deutschen Bundesstaaten, worunter Bayern und sein K\u00f6nig sich seit langer Zeit seiner besonderen Beachtung erfreuten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarcks parlamentarischer Kampf.<\/h3>\n\n\n\n<p>Im parlamentarischen Kampf zeigte sich Bismarck noch immer als Meister, stets waren f\u00fcr ihn nur sachliche Gr\u00fcnde entscheidend, und so stark er hassen konnte, so grimmig er die Widersacher befehdete, so ruhig beurteilte er die Parteien danach, ob sie f\u00fcr den Staatszweck von Nutzen waren oder nicht. So kam es, da\u00df nacheinander die verschiedensten Parteien zu den Freunden des Kanzlers geh\u00f6rten. <\/p>\n\n\n\n<p>Ja, zu seinen grimmigsten Feinden geh\u00f6rten lange Zeit diejenigen, aus deren politischen Ideenkreis er selbst hervorgegangen. Sie haben ihn am heftigsten befehdet, als er zur Erreichung der h\u00f6heren Zwecke Wege wandelte, auf denen sie von ihrem eng partikularistischen Gesichtspunkt aus nicht folgen konnten und wollten. Er pr\u00e4gte schlie\u00dflich mit seiner gewaltigen Pers\u00f6nlichkeit auch den Parteien, Freunden wie Gegnern, seinen Stempel auf. <\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df gerade in den ersten Perioden des Deutschen Reichstages die Anzahl bedeutender Parlamentarier nicht klein war, ist nicht ohne Grund; an diesem Gewaltigen reckten auch die Gegner sich zur Gr\u00f6\u00dfe. \u2013 Seine Reden, die er im Parlament gehalten hat, haben ihn auch zum Klassiker der deutschen Sprache gemacht. <strong>Was Bismarck war, war er ganz und echt<\/strong>. Seine Sprachbilder entnahm er der eigenen Anschauung, was er sagte, das kam aus dem Innersten, und wenn es auch nicht in flie\u00dfender, wohlgesetzter Rede dahinflo\u00df. <strong>Seine Kunst der Rede stand h\u00f6her, sie packte und z\u00fcndete<\/strong>. Bismarck als Klassiker unserer Sprache ist ein Kapitel f\u00fcr sich; noch in Jahrhunderten werden Bismarckworte unverg\u00e4ngliches Gut des deutschen Volkes sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarcks Au\u00dfenpolitik.<\/h3>\n\n\n\n<p>Die erste Sorge war Bismarck trotz aller sonstiger T\u00e4tigkeit stets der Gedanke an die Sicherheit des Reiches. \u201eVous avez le cauchemar des coalitions\u201c (Sie haben den Albtraum von Koalitionen) hat ihm der russische Gesandte Graf Schuwalow vorgeworfen, als er ihm ein deutsch-russisches B\u00fcndnis vorschlug und Bismarck ihm gegen\u00fcber die Lage Europas entwickelte und die ung\u00fcnstige Lage Deutschlands schilderte. Der Alpdruck aller m\u00f6glichen Verbindungen gegen Deutschland war es in der Tat, der Bismarck danach trachten lie\u00df, einmal die Heeresmacht des Reiches so fest wie m\u00f6glich zu verankern, andererseits seinerseits eine gro\u00dfz\u00fcgige B\u00fcndnispolitik zu beginnen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Keine Stimme hat in Frankreich je auf Elsa\u00df-Lothringen verzichtet<\/em>\u201c, hat Bismarck im Reichstage einmal gesagt, er kannte die Stimmung des franz\u00f6sischen Volkes. Nachdem sich Frankreich von seiner Niederlage \u00fcberraschend schnell erholt hatte, ist seine Politik von dem Revanchegedanken beherrscht geblieben. Bismarck glaubte, die Republik sei friedliebender als ein Kaiserreich Frankreich, er glaubte auch dadurch, da\u00df er Frankreich in dem Erwerb gro\u00dfer Kolonialreiche freie Hand lie\u00df, in Europa mehr Ruhe vor ihm zu haben, aber an bestimmten Punkten kehrte die Politik auch der Republik automatisch zu dem Leitstern der Vergeltung f\u00fcr 1870 zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 1875 fragte die \u201ePost\u201c: \u201eIst Krieg in Sicht?\u201c und die daran anschlie\u00dfende politische Er\u00f6rterung zeigte, da\u00df Frankreich f\u00fcr seine R\u00fcstungen mehr sorgte, als s. Zt. n\u00f6tig war. Dann r\u00fcckte das Auftreten Baulangers, der die Revanchestr\u00f6mung und die Unzufriedenheit mit der republikanischen Clique f\u00fcr sich nutzen wollte und dadurch Deutschlands Frieden bedrohte, bald auf die Schn\u00e4bele-Aff\u00e4re die Kriegsgefahr sehr nahe. Es galt auf der Hut zu sein, vor allem aber die eigne Wehrmacht st\u00e4rken. In diesem Punkte lie\u00df deshalb der Kanzler nicht mit sich rechten, und in den Septennatswahlen schuf er sich eine Mehrheit, die auch ihrerseits in den Fragen der nationalen Verteidigung mit ihm durch dick und d\u00fcnn ging und alles gew\u00e4hrte, was das Reich zu seinem Schutze brauchte. <\/p>\n\n\n\n<p>In seiner gro\u00dfen Rede vom 6. Februar 1886, in der er das Wort sprach: \u201e<strong><em>Wir Deutschen f\u00fcrchten Gott, aber sonst nichts in der Welt, und Gott wird mit uns sein<\/em><\/strong>\u201c, wies er zur Begr\u00fcndung der Heeresforderungen zum ersten Male darauf hin, da\u00df in Frankreich und Ru\u00dfland eine Kriegspartei best\u00e4nde, die uns zwinge, auf der Hut zu sein. Der gro\u00dfe Gedanke des Zweifrontenkrieges ist seitdem nicht aus dem Volksbewu\u00dftsein verschwunden und jetzt in noch verst\u00e4rkter Form bittere Wirklichkeit geworden. <\/p>\n\n\n\n<p>Schon bei den Kriegser\u00f6rterungen im Jahre 1875 hatte es sich gezeigt, da\u00df Ru\u00dfland und Frankreich Anschlu\u00df an einander suchten und fanden. Das Wachsen Preu\u00dfens, das fr\u00fcher oft der russischen Politik folgsam ergeben, ist in Ru\u00dfland mit Mi\u00dftrauen beobachtet worden. Eine entschiedene Abkehr von Deutschland erfolgte aber in Ru\u00dfland erst seit dem Berliner Kongre\u00df. <\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Ru\u00dfland in dem russisch-t\u00fcrkischen Krieg 1878 gesiegt und im Frieden von San Stefano die europ\u00e4ische T\u00fcrkei fast vernichtet hatte, w\u00e4re es auf Betreiben des alten Widersachers Ru\u00dflands, England, das die Zerst\u00fcckelung der T\u00fcrkei nicht zugeben wollte, zu einem allgemeinen Weltbrand gekommen. Der russische Botschafter in London, Graf Schuwalow, bestimmte Bismarck in Barzin, einen Kongre\u00df nach Berlin zu berufen, um die widerstreitenden Interessen zu vergleichen. Deutschland hatte, wie Bismarck im Reichstage erkl\u00e4rte, an diesen Dingen im Orient kein Interesse, \u201e<em>das auch nur die gesunden Knochen eines einzigen pommerschen Musketiers wert w\u00e4re<\/em>\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Bismarck stand auf der H\u00f6he seiner Macht, sein Ansehen war gewaltig in Europa. Nach vierw\u00f6chiger Dauer war der Kongre\u00df beendigt, aber obwohl Bismarck den Russen stets ein gro\u00dfes Wohlwollen bewiesen hatte, hatte man in Petersburg mehr erwartet, man entr\u00fcstete sich \u00fcber das undankbare Deutschland, und die deutschfeindliche Stimmung in Ru\u00dfland zieht noch heute aus dieser mangelnden Dankbarkeit Deutschlands ihre Hauptnahrung. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Ann\u00e4herung Ru\u00dflands an Frankreich beginnt nach dem Kongre\u00df festere Formen anzunehmen. Als man in Deutschland einsah, da\u00df die Stimmung in Petersburg immer feindlicher sich gestaltete, schritt Bismarck zu dem deutsch-\u00f6sterreichischen B\u00fcndnis. Auch der \u00f6sterreichische Minister Graf Andrassy fand, da\u00df ein Defensivb\u00fcndnis gegen\u00fcber den russischen Anspr\u00fcchen n\u00f6tig sei, und in kurzer Zeit wurde der B\u00fcndnisvertrag entworfen und von den Souver\u00e4nen genehmigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarcks B\u00fcndnisse. <\/h3>\n\n\n\n<p>Am 7. Oktober 1879 wurde das B\u00fcndnis endg\u00fcltig geschlossen. Die alte Politik Preu\u00dfens gegen \u00d6sterreich war vergessen, nicht zuletzt dank der weisen M\u00e4\u00dfigung Bismarcks 1866, und in Deutschland und \u00d6sterreich wurde der Bund vom Volke freudig begr\u00fc\u00dft. Die V\u00f6lker hatten sich in gr\u00f6\u00dferem Zusammenhange wiedergefunden und ihre <strong>Vereinigung<\/strong> besteht gerade in unserer Zeit gl\u00e4nzend ihre Feuerprobe. Bismarck hatte eingesehen, da\u00df der Bestand der \u00f6sterreichischen Monarchie ein Lebensinteresse auch f\u00fcr das deutsche Reich war, deshalb machte er das deutsch-\u00f6sterreichische B\u00fcndnis zum Eckstein unserer ausw\u00e4rtigen Politik. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1882 trat zu diesem B\u00fcndnis Italien hinzu, zu dem Bismarck schon seit l\u00e4ngerer Zeit n\u00e4here Beziehungen unterhalten hatte. Die Besetzung von Tunis sowie das feindliche Verhalten Frankreichs trieb Italien an die Seite der Zentralm\u00e4chte, es bildete im Bunde die Fassade nach Westen; doch ist \u00fcber den Bund selbst wenig bekannt geworden, auch nicht dar\u00fcber, in welcher Weise im Ernstfalle Italien die Bundesgenossen zu unterst\u00fctzen habe. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu jener Zeit war noch England die Erg\u00e4nzung des Dreibundes zur See, weil es selbst in den Zentralm\u00e4chten seinen Verb\u00fcndeten gegen Ru\u00dfland sah und es ist anzunehmen, da\u00df diese Tatsache f\u00fcr den Anschlu\u00df des meerumflossenen Italien an Deutschland und \u00d6sterreich entscheidend war.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Dreibund<\/strong> war Bismarcks eigenstes Werk, gleichwohl aber hielt er es nicht f\u00fcr angebracht, den \u201eDraht nach Petersburg\u201c abrei\u00dfen zu lassen. Wie sehr ihm f\u00fcr Preu\u00dfen-Deutschland w\u00e4hrend seiner ganzen Laufbahn gute Beziehungen zu Ru\u00dfland wichtig und f\u00f6rderlich gewesen sind, geht aus jeder Seite seines Lebens hervor, er hat sie bis zu seinem Abgang gepflegt und ihre Bedeutung noch durch den ber\u00fchmt gewordenen <strong>R\u00fcckversicherungsvertrag<\/strong> unterstrichen. Dieser Vertrag vom Jahre 1884 und 1887 sollte Deutschland gegen das Zustandekommen eines franz\u00f6sisch-russischen B\u00fcndnisses sch\u00fctzen, das Bismarck nicht ohne Sorge wachsen sah. Beide M\u00e4chte verpflichteten sich zu wohlwollender Neutralit\u00e4t, falls eine von einer dritten Macht angegriffen wurde, da \u00d6sterreich Ru\u00dfland nicht angreifen w\u00fcrde, so konnte nur ein Angriff Frankreichs auf Deutschland in Frage kommen. \u2014<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarck und seine K\u00f6nige.<\/h3>\n\n\n\n<p>Am 9. M\u00e4rz 1888 starb der greise <a href=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/19-jahrhundert\/1871-1888-kaiser-wilhelm-i-friedenszeit\/\">Kaiser Wilhelm<\/a>. Nicht ohne Bewegung liest man die Worte, in denen Bismarck so oft von seinem Herrn spricht. Diese begeisterte, innerlich ergriffene Schilderung des tapferen schlichten hochgemuten k\u00f6niglichen Edelmannes, zu dem Bismarck nur die treuste Liebe und Verehrung empfinden kann, ehrt Bismarck wie den K\u00f6nig gleicherma\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das herrlichste Vertrauensverh\u00e4ltnis von Herrn und Minister, das die Geschichte kennt, war untrennbar, und als der K\u00f6nig einst, als Bismarck wegen politischer Fragen sein Abschiedsgesuch eingereicht hatte, an den Rand sein \u201e<strong><em>Niemals!<\/em><\/strong>\u201c schrieb, da gab er dem eignen Empfinden ebensosehr Ausdruck wie der \u00dcberzeugung aller, die das gegenseitige Miteinanderarbeiten in b\u00f6sen und gl\u00fccklichen Tagen verfolgt hatten und das war das ganze deutsche Volk. <\/p>\n\n\n\n<p>Bismarck hat auch Friedrich III., der die 100 Tage dann die Herrschaft f\u00fchrte, zur Seite gestanden. Als Kronprinz war er oft anderer Meinung gewesen als Bismarck, ja in der Konfliktzeit hatte er offen ihn bek\u00e4mpft, aber in Nikolsburg wie in Versailles hatte er auch zu gunsten von Bismarcks Ansicht auf den K\u00f6nig eingewirkt, und was Bismarck den Hohenzollern geleistet hatte, konnte ihm nicht verborgen bleiben. Der gro\u00dfe Dulder auf dem Kaiserthrone ging dahin und <a href=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/19-jahrhundert\/1888-wilhelm-ii\/\">Wilhelm I<\/a><a href=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/19-jahrhundert\/1888-wilhelm-ii\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">I.<\/a> bestieg den Thron, auch ihm war Bismarck zun\u00e4chst der verehrte und kundige F\u00fchrer der Reichspolitik.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns cat-box-border-anthrazit is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-5 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/film\/schicksalswendung-wilhelm-ii-und-bismarck\/\" target=\"_blank\" rel=\"Schicksalswendung Wilhelm II. und Bismarck. noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/film\/wp-content\/uploads\/sites\/38\/2023\/03\/EB-Mediathek-Film-Bismarck-Entlassung_v.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-link-color wp-elements-3a127fd996b2706ca9cef10761ce11d4\">Kaiser Wilhelm II. entlie\u00df den verdienten Reichskanzler Otto von Bismarck.<\/p>\n\n\n\n<a class=\"gb-button gb-button-578624b4 gb-button-text\" href=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/film\/schicksalswendung-wilhelm-ii-und-bismarck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der Spielfim.<\/a>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Es kam dann im M\u00e4rz 1890 die Stunde, in der Bismarck seine \u00c4mter niederlegte. Es hatten sich verschiedene Auffassungen zwischen Kaiser und Kanzler \u00fcber politische Fragen gebildet, so da\u00df diese L\u00f6sung eintreten mu\u00dfte. Es ist nicht die Aufgabe dieser Zeilen die Geschichte von Bismarcks Sturz zu schreiben, zumal sie in einzelnen Punkten durchaus noch nicht widerspruchslos klar vor uns liegt. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir kennen durch eine Ver\u00f6ffentlichung von Bismarcks Sekret\u00e4r, Busch, in einem Berliner Blatte, das Abschiedsgesuch, das Bismarck dem Kaiser am 19. M\u00e4rz unterbreitete, um die Geschichte dieser Tage f\u00fcr die Welt, der er Rechenschaft schuldig sei, klarzulegen. Der Ausfall der Wahlen vom Februar 1890 hatte eine Niederlage des Kartells Bismarcks gebracht, innere Fragen des Verkehrs mit den Ministern und Parteif\u00fchrern, die Frage der Politik gegen\u00fcber Ru\u00dflands alles hat mitgespielt, da\u00df Bismarck den Platz r\u00e4umte. <\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Handschreiben dankte der Kaiser f\u00fcr die treuen Dienste, verlieh ihm die W\u00fcrde eines Herzogs von Lauenburg und den Rang eines Generalobersten der Kavallerie. An den Gro\u00dfherzog von Weimar aber telegraphierte der Kaiser: \u201e<em>Mir ist so weh, als h\u00e4tte ich meinen Gro\u00dfvater noch einmal verloren. Der Kurs bleibt der alte; Volldampf voraus!<\/em>\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Abschiedsaudienz beim Kaiser legte Bismarck auf dem Grabe Wilhelms I. in Charlottenburg 3 Rosen nieder und am 29. M\u00e4rz verlie\u00df er Berlin, vom Volke lebhaft begr\u00fc\u00dft, um in Friedrichsruh im Sachsenwalde den Lebensabend zu verbringen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"582\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild9-1024x582.jpg\" alt=\"Bismarcks Arbeitszimmer in Friedrichsruh.\" class=\"wp-image-2140\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild9-1024x582.jpg 1024w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild9-300x171.jpg 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild9-768x437.jpg 768w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild9-1536x873.jpg 1536w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild9.jpg 1748w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bismarcks Arbeitszimmer in Friedrichsruh.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bismarck verzichtete nicht fortan auf jede politische T\u00e4tigkeit, er hatte noch Anteil am Wohl und Wehe des Reiches und nahm vornehmlich in den \u201eHamburger Nachrichten\u201c zu den politischen Fragen Stellung. Freilich wuchs dadurch auch zuweilen die Spannung zwischen ihm und den Tr\u00e4gern der jeweiligen Politik des \u201eneuen Kurses\u201c, doch Bismarck wahrte sich das Recht, seine Meinung zu sagen. (So auf dem Marktplatz in Jena.) <\/p>\n\n\n\n<p>Mit Schmerz sah das Volk, wie der Draht zwischen Berlin und Friedrichsruh zerrissen schien, und es wurde daher im ganzen Volke als ein gro\u00dfes Gl\u00fcck betrachtet, da\u00df der Gr\u00fcnder des Reiches und der Herrscher am 26. Januar 1894 zum ersten Male seit Bismarcks Entlassung freundschaftlich wieder zusammenkamen. Ein erfreulicher Tag deutscher Geschichte! <\/p>\n\n\n\n<p>Wann w\u00e4re aber in Deutschland der Parteigeist je ganz zum Schweigen gebracht worden. Als F\u00fcrst Bismarck am 1. April 1895 seinen 80. Geburtstag beging, da versagte der Deutsche Reichstag mit 163 gegen 146 Stimmen dem Reichsgr\u00fcnder einen Gl\u00fcckwunsch, man wollte den Anschein vermeiden, als ob man Bismarcks Grunds\u00e4tze billigte!! Ohne Bismarck und seine Grunds\u00e4tze w\u00e4re der Reichstag garnicht dagewesen. Der Pr\u00e4sident des Reichtages v. Levetzow, ebenso der Vizepr\u00e4sident Dr. B\u00fcrklin, traten sofort zur\u00fcck und der Kaiser sprach dem F\u00fcrsten Bismarck telegraphisch seine \u201etiefste Entr\u00fcstung\u201c \u00fcber das Verhalten des Reichstages aus. <\/p>\n\n\n\n<p>Was der Reichstag vers\u00e4umt hatte, tat der preu\u00dfische Landtag. 479 Mitglieder des Landtages und der Reichsminderheit \u00fcberbrachten dem F\u00fcrsten pers\u00f6nlich ihre Gl\u00fcckw\u00fcnsche. Der Kaiser erschien selbst in Friedrichsruh am 26. M\u00e4rz und \u00fcberreichte einen goldenen K\u00fcrassierpallasch. Die Feier des Tages selbst gestaltete sich \u00fcberaus gewaltig mit ihrer Huldigung der deutschen Universit\u00e4ten. \u2014<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bismarck in Sachsenwalde.<\/h3>\n\n\n\n<p>Noch einige Jahre lebte Bismarck in stiller Ruhe in seinem geliebten Sachsenwalde. In seinem gastfreien Hause fand mancher angesehene Gast und manche Abordnung des seinen Bismarck tief verehrenden Volkes Aufnahme.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild10.png\" alt=\"Der Alte vom Sachsenwalde.\" class=\"wp-image-2141\" style=\"width:auto;height:350px\" srcset=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild10.png 500w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild10-300x300.png 300w, https:\/\/www.ewigerbund.org\/aktuelles\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2024\/03\/EB-Aktuelles-1April-Bismarck-2024-bild10-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Alte vom Sachsenwalde.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Am 27. November 1894 war Bismarck die Gef\u00e4hrtin seines Lebens gestorben. \u201e<em>Sie wissen nicht, was diese Frau aus mir gemacht hat<\/em>\u201c, hat er einmal gesagt. Man mu\u00df das treffliche Buch \u201eF\u00fcrst Bismarcks Frau\u201c lesen, um sich so recht inne zu werden, wie wahr dies ist. Sie lebte nur im Bismarck und erleichterte ihm so seinen schweren Beruf. <\/p>\n\n\n\n<p>Bismarck hat sie nicht lange \u00fcberlebt, seine Gesundheit ist stets schwankend gewesen und oft hat ihn nur die st\u00e4rkste Willensanstrengung aufrecht erhalten. In den letzten Jahren sorgte die \u00e4rztliche Kunst Schwenningers f\u00fcr seine Gesundheit, was bei dem souver\u00e4nen Willen Bismarcks nicht immer leicht gewesen sein soll. \u2014 Am 30. Juli 1898 verschied Bismarck. Er wurde im Sachsenwalde an der Seite seiner Gemahlin beigesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlu\u00dfwort.<\/h2>\n\n\n\n<p>In Bismarck verehren wir nicht allein das gro\u00dfe politische Genie, vor allem auch den gro\u00dfen deutschen Mann. Was er immer erreicht hat, es erscheint uns bei ihm nie als Ergebnis kl\u00fcgelnden Verstandes, irgendwie h\u00e4ngt stets sein Herzblut, seine Pers\u00f6nlichkeit daran. Die Grundlagen seiner Kraft sind die tiefe Religi\u00f6sit\u00e4t, die ihn beseelt, und die er stets mit Freimut und ohne Scheu bekannt, der Mut, sich der Sache des Vaterlandes ganz hinzugeben und in z\u00e4her Energie auf das Ziel loszugehen, mit einem Wort, die Art Mannesarbeit deutsch und gr\u00fcndlich zu verrichten, und die Zartheit eines echten tiefen Gem\u00fctslebens, wie es sich bei Bismarck besonders im Familienleben entfaltet hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier liegen die Quellen seiner Kraft, die so ganz dem deutschen Vaterlande zugute gekommen ist, da\u00df wir heute von einem Zeitalter Bismarcks in unserer Geschichte sprechen. Als Bismarck geboren wurde, hatte das nationale Leben auch eine Bl\u00fcte. Ein hoher Sinn hatte die <a href=\"https:\/\/www.ewigerbund.org\/geschichte\/19-jahrhundert\/1812-die-befreiungskriege\/\">Freiheitskriege<\/a> zu Ende gef\u00fchrt, das Deutschland der Dichter und Denker war das Land reichen geistigen Lebens geworden, aber ihm fehlte die nationale Einheit, der Rahmen, der auch die politische Kraft unseres Volkes zu voller Ausnutzung erst bringen konnte. Und hier setzte Bismarcks Tat und Lebenswerk ein. <\/p>\n\n\n\n<p>Was so oft in Wort und Schrift ersehnt und ersungen worden war, Bismarck lie\u00df es zur Tat werden. Jetzt ist das Reich da nach Bismarcks Willen und Wesen. <strong>Wir haben die Aufgabe, dies unser eigen Haus zu verteidigen.<\/strong> Nur 44 Jahre hatten wir Zeit zum Aufbau und zur R\u00fcstung gegen die immer heftiger auftretenden Feinde, die uns die eigne Entwicklung nicht g\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>In seiner gro\u00dfen Rede vom 6. Februar 1888 sprach Bismarck auch von dem Krieg, in dem wir angegriffen werden, \u201e<em>dann wird das ganze Deutschland von der Memel bis zum Bodensee wie eine Pulvermine aufbrennen und von Gewehren starren, und es wird kein Feind es wagen, mit diesem Furor teutonicus, der sich beim Angriff entwickelt, es aufzunehmen.<\/em>\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Bismarcks unabl\u00e4ssige Sorge war es, das Reich auch in den Stand zu setzen, diese Verteidigung so f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Alle seine politischen Ma\u00dfnahmen f\u00fchrte er unter diesem Gesichtspunkte aus und wie sehr er das Richtige wollte auf wirtschaftlichem, sozialem, milit\u00e4rischen und den Gebieten des nationalen Denkens, F\u00fchlens \u00fcberhaupt, das empfinden wir erst heute ganz. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir dann heute Bismarcks Geburtstag <strong>mitten im Weltkrieg<\/strong> feiern, nicht mit gro\u00dfen Festen wie es wohl im Frieden gewesen w\u00e4re, so kann es nur geschehen, indem wir uns recht eindringlich erinnern, wie sehr wir in dem Staate, den wir verteidigen, gerade sein Werk vor uns haben und wie wir uns mit seinem Geiste aufs neue erf\u00fcllen m\u00fcssen, wenn wir seiner opferfreudigen Vaterlandsliebe gerecht werden wollen. In seinem Geiste sind wir in diesem gro\u00dfen Kampf um unser staatliches Dasein eingetreten, in seinem Geiste wollen wir aushalten! <\/p>\n\n\n\n<p>\u2014 An Graf Roon schrieb Bismarck einst: \u201eIch stehe dienstlich auf der Bresche und mein irdischer Herr hat keine R\u00fcckzugslinie. Verm\u00fcde ich, so bin ich anschlagsm\u00e4\u00dfig verwendet, und der Verbrauch meiner Person ist vor jedem Rechnungshofe justifiziert\u201c. In diesem Geiste feiern Deutschlands S\u00f6hne heute Bismarcks 100. Geburtstag, sei es vor dem Feind oder im Lande. \u2014<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"https:\/\/hwk1.hebis.de\/hebis-marburg\/periodical\/pageview\/1193102\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/hwk1.hebis.de\/hebis-marburg\/periodical\/pageview\/1193102<\/a><br><a href=\"https:\/\/hwk1.hebis.de\/hebis-ffm\/periodical\/pageview\/1347729\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/hwk1.hebis.de\/hebis-ffm\/periodical\/pageview\/1347729<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>209 Jahre lebendiger Sch\u00f6pfergeist. Am 1. April 1815 erblickte der wohl f\u00e4higste und genialste Politiker, den es jemals gab und vermutlich geben wird, der Vater des Deutschen Reiches, Otto von Bismarck, das Licht der Welt. Die Worte, die in der Oberhessischen Zeitung 1915 zu Bismarcks 100. 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